Bis 1925 waren Postkutschen zwischen dem Bahnhof in Elze und der Stadt Eldagsen unterwegs. Die Fahrt zwischen den beiden Orten kostete 85 Pfennig. Die Linie musste eingestellt werden, nachdem die Busverbindung zwischen Hannover und Eldagsen bestand. Der letzte Postillion war Karl Westenfeld, der auch aus Eldagsen kam. Er erzählte gern aus dieser Zeit. Der Dienst eines Postillions war oft sehr hart und schwer, besonders im Winter. Es war viel Geschick erforderlich, um die hochbockigen Kutschen über glatte Straßen zu lenken und die meist temperamentvollen Pferde zu zügeln. Lag besonders viel Schnee, dann vertauschte der Postillion die Kutsche mit dem Schlitten. Manchmal reichten Gleitschienen unter den Rädern aus. Westenfeld erinnerte sich auch an Begegnungen mit dem Landgendarmen, der das Verhalten der Postillione überprüfen musste. 1964 fuhr Karl Westenfeld noch einmal die Strecke zwischen Eldagsen und Elze, ehe die Kutsche dem damaligen Postmuseum übergeben wurde. Die vielen Jahre dazwischen hatte die Postkutsche auch als „Versöhnungszimmer“ gedient. Landwirt Knolle hatte einst das Amt eines Schiedsmanns inne. Wenn sich die streitenden Parteien nicht einigen konnten, lud er sie in die Postkutsche ein. Wenn dann die Streithähne so eng zusammensaßen, kam es meist recht schnell zu einer Einigung. 1967 kehrte die Postkutsche noch einmal in ihre alte Heimat zurück, als die Oberpostdirektion Hannover 125-jähriges Jubiläum feierte. Zu diesem Anlass fand eine große postgeschichtliche Ausstellung im „Kubus“ in Hannover statt, die Eldagser Postkutsche diente als Blickfang. Landwirt Albert Knolle hatte die Postkutsche 1964 dem Museum in Frankfurt am Main verkauft. Hier steht sie noch immer.