Geiz ist geil! Oder doch nicht? Zur Kulturgeschichte des Sparens Gaby Sonnabend
„Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not!“ – Wer kennt es nicht, das Sprichwort, das uns ermahnt, für schlechte Zeiten vorzusorgen. In dem Moment, in dem Menschen anfingen, Vorräte einzuteilen und Rationen beiseite zu legen, für den Winter oder für Notzeiten, übten sie sich im Sparen. Freilich hat der Mensch das Sparen nicht erfunden, denn alle möglichen Tiere legen sich im Herbst Vorräte für die lange, an Nahrungsmitteln arme Winterzeit an. Menschen, das haben Ausgrabungen gezeigt, haben schon in der Jungsteinzeit metertiefe Gruben aushoben, die mit Getreide in große Gefäße gefüllt waren. Bei entsprechender Abdichtung blieb das Eingelagerte lange Zeit genießbar. (…)