(…) Der römische Geschichtsschreiber Tacitus berichtet in seiner Germania von derartigen Gewohnheiten der germanischen Völker: „Sie sind auch gewohnt, unterirdische Höhlen auszuheben, über die sie eine starke Dungschicht legen: das ist dann eine Zufluchtstätte für den Winter und ein Getreidespeicher; denn solche Anlagen mildern die starre Winterkälte, und wenn der Feind einmal ins Land eindringt, dann verwüstet er das frei Daliegende, während er von dem Versteckten und Vergrabenen entweder nichts weiß, oder es gerade darum übersieht, weil er es erst suchen muss.“ Die Anlage von Vorratsgruben hatte neben dem Sinn des Rationierens also auch noch eine Schutzfunktion vor der Plünderung durch Feinde. Mit dem Aufkommen der Münzwirtschaft wurde es dann interessant, Geld zur Seite zu legen. Eines der ältesten Behältnisse für diese „Spareinlagen“ fanden Forscher bei Ausgrabungen in Priene, in der heutigen Türkei. Es hat die Form eines griechischen Tempels und besitzt einen Einwurfschlitz für Münzen im Giebelfeld des Tempels. Die Griechen bezeichneten ihre Schatzkammern, auch ihre Spardosen, als thesauros. Über das Lateinische und Französische kam der „Tresor“ auch in unseren Wortschatz. Aus dem Römischen Reich gibt es überaus viele Spardosenfunde, woraus wir schließen können, dass das Beiseitelegen von Geld nichts Ungewöhnliches war. Auch im Mittelalter sammelte man Münzen in Spardosen aus Eisen. Zünfte und Bruderschaften unterhielten Sammelbehälter zum Zweck der Armenfürsorge und für Wohltätigkeitsaktivitäten. Neben das Sparen für persönliche Bedürfnisse trat hier also das Geldsammeln für Bedürftige.