(…) Bevor die Postbank selbstständig auftrat, erledigte zunächst die Deutsche Post die Geldgeschäfte. Bereits 1848, im ereignisreichen Jahr der Märzrevolution und des ersten frei gewählten Parlaments, das in der Frankfurter Paulskirche tagte, konnten Bürger auf der Post Geld anweisen. Es war möglich, Geld bei einem Postamt einzuzahlen, das dann ein Empfänger bei einem anderen Postamt ausgezahlt bekam. Ein Novum, denn so kamen erstmals auch Kleinverdiener in den Genuss einer Leistung, die bislang nur Gutbetuchten vorbehalten war. 1909, rund 60 Jahre später, erfolgte der nächste große Schritt: der Postscheckdienst. Die Bevölkerung konnte zunächst 13 Postscheckämter für bargeldlose Zahlungen nutzen. Anfang der 20er-Jahre kamen weitere Postscheckämter hinzu. Damals war jede Überweisung noch Handarbeit – allein das Postscheckamt Berlin verarbeitete 1916 rund 39 Millionen Buchungen. Der riesige Aufwand lässt sich heute nur noch erahnen. Seit 1939 gibt es im Deutschen Reich zudem das Postsparbuch. Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges brach allerdings der Postsparkassendienst zunächst zusammen. Doch schon bald belebte das Wirtschaftswunder das Vertrauen in den Geldwert: Die Menschen sparten wieder. Offiziell nahm die Postbank am 1. Januar 1990 ihre Geschäftstätigkeit auf. Die junge, aber dennoch traditionsreiche Bank firmierte zunächst unter der Bezeichnung "Deutsche Bundespost – Postbank". Nach der zweiten Postreform entließ Wolfgang Bötsch, Bundespostminister von 1993 bis 1997, am 1. Januar 1995 die Postbank als Nachfolgeunternehmen der Deutschen Bundespost Postbank in die Selbstständigkeit. Aus dem öffentlich-rechtlichen Unternehmen wurde die privatrechtliche "Deutsche Postbank AG". Die Deutsche Post AG – schon damals unter ihrem Vorstandsvorsitzenden Klaus Zumwinkel – erwarb 1999 die Postbank von der Bundesrepublik Deutschland, die bislang die Aktien besaß. Zumwinkel wurde [¿?] zugleich Aufsichtsratschef der Postbank. Als erster Vorstandschef des Instituts agierte Günter Schneider, gefolgt von Dieter Boening, Wulf von Schimmelmann und Wolfgang Klein. Schneider ist es gelungen, die Postbank auf einen profitablen Weg zu bringen, den seine Nachfolger fortsetzten.