(…) Die Flut dieser Mails ist innerhalb eines Jahrzehnts so stark angestiegen, dass ihre Anzahl 2003 die der seriösen E-Mails erstmals überstiegen hat. Experten schätzen, dass heute bis zu 90 % aller E-Mails Spam-Mails sind. Aktuell werden täglich rund 55 Milliarden Spam-Mails verschickt. Obwohl Spam eine Sammelbezeichnung für eine ganze Palette verschiedener und unerwünschter Mails ist, gibt es einige sehr genau definierte Kategorien. Die mit Abstand häufigste ist die Unsolicited Bulk E-Mail, kurz UBE, eine massenhaft verschickte E-Mail, die unterschiedliche Inhalte haben kann. Während simple Werbemails lediglich verschiedene Produkte anpreisen, werben andere unverhohlen für Sekten oder rechtsradikale Überzeugungen. Kettenbriefe fordern dazu auf, sensationelle Nachrichten, Warnungen vor allen möglichen Gefahren oder Spendenaufrufe umgehend an Freunde weiterzuleiten. Eine derartige Mail wird Hoax genannt, wobei der Ursprung des Wortes nicht eindeutig geklärt ist. Einer der bekanntesten Hoax-Mails ist der Teddybärenvirus, der kein echter Virus ist, sondern aus der Nachricht besteht, man solle doch umgehend eine bestimmte Windows-Systemdatei löschen, da es sich dabei um einen Virus handele. Obwohl der Teddybärenvirus inzwischen einen großen Bekanntheitsgrad erreicht hat, folgen noch immer Nutzer diesem falschen Warnhinweis, schädigen ihr System und leiten die Mail auch noch an Freunde weiter. Diese öffnen die Mail, da sie von einem bekannten Absender stammt, und laufen Gefahr, den Anweisungen ebenfalls zu folgen und sie weiterzuleiten. Andere Hoax-Mails enthalten Boykottaufrufe, um Energiekonzerne Denkzettel für hohe Strompreise zu verpassen, oder raten vom Kauf angeblich gesundheitsschädlicher Lebensmittel ab. Die Inhalte einer Hoax-Mail sind jedoch Fälschungen, die nicht selten Viren im Anhang haben oder Links auf dubiose Webseiten einhalten. Ihr Zweck besteht entweder darin, die Nutzer zum Narren zu halten und als Postboten zu missbrauchen oder mit Hilfe von raffinierten Empfangsbestätigungen und ähnlichen Tricks E-Mail-Adressen zu sammeln.