„Viele Grüße“ und mehr Die Ansichtskartensammlung der Museumsstiftung Post- und Telekommunikation Veit Didczuneit
Das Telefon klingelt. „Guten Tag! Ich habe Ihre Telefonnummer aus dem Museum. Ist dort die Sammlung? Ich hätte da vielleicht etwas für Sie.“ Eine alltägliche Situation. Nicht wenige interessante Objekte sind auf diese Weise in die Sammlung der Museumsstiftung gekommen – als Schenkung oder als Ankauf. Ansichtskarten werden meist in größerer Anzahl angeboten. Oft sind jedoch nur Einzelstücke von Museumswert. Sammeln heißt also auswählen! Auf meinem Schreibtisch liegt eine Ansichtskarte zur Begutachtung. Ein einzigartiges Stück! Die „Original-Aufnahme der Jubelfeier in Brandenburg a. H.“ zeigt Kaiser Wilhelm II. beim Abschreiten der Ehrenfront. Die Karte wurde am 6. Juni 1912 in der Garnisonsstadt Brandenburg an der Havel abgestempelt. Unter der abgebildeten Ehrenformation befindet sich ein handschriftliches Kreuz. Darunter steht: „Das bin ich selbst.“ Ein in Brandenburg Militärdienst leistender Sohn schrieb an die Eltern mit Stolz von seinem Kaisererlebnis. Zugleich konnte er ihnen auf der Kartenansichtsseite ein Foto von sich und dem Monarchen präsentieren. (…)