Die Zukunft des Fahrrads in der Logistikstrategie

Ausgabe

DAS ARCHIV 01/2026

Autor: Wenke Wilhelm im Gespräch mit Sebastian Stüber, DHL Group

Seiten: 18-19

Porträtfoto von Sebastian Stüber, DHL Grroup

Sebastian Stüber, DHL Group

Foto: DHL Group

Wenke Wilhelm im Gespräch mit Sebastian Stüber, Experte Fuhrparkmanagement & Fahrzeugtechnik Pedelec im Betrieb von Post und Paket Deutschland

Die Deutsche Post betreibt eine der größten  Fahrradflotten Europas – eine Säule ihrer  emissionsarmen Zustellung. Gleichzeitig  wandelt sich der aktuelle Logistikanspruch:  Der Briefpostversand nimmt ab, während das  Paket- und Päckchenaufkommen steigt. Das  stellt auch die Fahrzeugstrategie der Post vor  neue Herausforderungen. Im Gespräch mit  Wenke Wilhelm erklärt Sebastian Stüber, wie  sich der Einsatz von Fahrrädern verändert,  welche Alternativen getestet werden und wie  die Mobilität der Zustellung künftig aussehen  könnte.

WILHELM Welche Fahrradmodelle setzt die Deutsche  Post aktuell in der Zustellung ein?

STÜBER Derzeit werden in der Briefzustellung und  der Zustellung von kleinformatigen Paketen folgende  Modelle eingesetzt: StreetScooter E-Bike und E-Trike,  VSC E-Bike und E-Trike und Rytle E-Trike. 

Wie groß ist die derzeitige Fahrradflotte und in  welchen Bereichen der Zustellung kommen die  verschiedenen Modelle konkret zum Einsatz?

Aktuell befinden sich etwa 15 300 E-Trikes und  E-Bikes sowie noch rund 3 200 Postbikes ohne E-Antrieb  bei uns im Einsatz. Die Fahrräder werden in der  Briefzustellung sowie in der Zustellung von kleinformatigen  Paketen genutzt. Hauptsachlich sind die  Zustellkräfte mit den Fahrrädern in städtischen Gebieten  mit hohem Briefaufkommen unterwegs.

Welche Vorteile ergeben sich für die Post durch  den Einsatz von E-Bikes und E-Trikes in der Zustellung?

Für uns gibt es verschiedene Aspekte, auf die wir  besonders achten:

  1. CO-Reduktion: E-Bikes/E-Trikes verursachen deutlich weniger Emissionen als konventionelle Transporter.
  2. Geringere Betriebs- und Instandhaltungskosten: z. B. Strom ist günstiger als Kraftstoff bei konventionellen Transportern, es entstehen keine Kosten für  Versicherung und Steuer, die Ersatzteile sind vergleichsweise  günstig.
  3. Flexibilität während der Zustellung: leichte Manövrierbarkeit in engen Straßen und bei hohem Verkehrsaufkommen sowie teilweise schnellere Zustellung  auf kurzen Strecken, da kein Parkplatz gesucht  werden muss. Mit größeren Lastenrädern wie  etwa dem Rytle E-Trike können wir zeitliche Durchfahrtsbeschränkungen  für Transporter umgehen.
  4. Zusätzliche Möglichkeit der Beschäftigung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ohne Fahrerlaubnis: Durch die Fahrradzustellung sind wir in der Lage,  auch Menschen einen Arbeitsplatz in der Zustellung  anbieten zu können, die keinen Fuhrerschein haben.

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