von Horst Halbach
Wir trauern um Harald Krieg – ein geschätztes Mitglied des DGPT-Nord-Stammtisches ist von uns gegangen. Harald wurde 1934 in Altona geboren. Nach der Schulzeit begann er eine dreijährige Lehrzeit mit anschließender Tätigkeit in der freien Wirtschaft. Anfang der 1970er Jahre kam er zur Deutschen Bundespost für eine Tätigkeit beim Paketpostamt im einfachen Postdienst und wurde später zum Postamt Hamburg 1 versetzt. Hier bildete er sich fort und schaffte den Aufstieg in den mittleren Postdienst. Sein Aufgabengebiet war nun der Schalter- und Innendienst bei Postämtern im Bereich Hamburg 50 (Altona).
Lange vor seiner Postkarriere sammelte er Briefmarken und später auch postgeschichtliche Unterlagen. Dies blieb in der Verwaltung seines Postamtes nicht unbemerkt. Als 1986 beim damaligen Postmuseum am Stephansplatz eine Neugestaltung der postgeschichtlichen Sammlung anstand, wurde Harald Krieg für ein Jahr dorthin abgeordnet und 1991 schließlich zum Postmuseum versetzt. Die Deutsche Bundespost war geschichtsbewusst. Bei jeder Oberpostdirektion gab es eine Gruppe, die sich mit der Geschichte in ihrem Bezirk befasste und die Publikationen „Postgeschichtliche Blätter Hamburg“ herausbrachte. Auch hier unterstützte Harald Krieg mit seinem Fachwissen. Diese „Deutsche Gesellschaft für Post- und Telekommunikationsgeschichte e.V.“ (DGPT e.V.) gibt es auch heute noch.
Mit der Privatisierung der Deutschen Bundespost 1995 wurden die Postmuseen in Frankfurt, Berlin, Hamburg und Nürnberg sowie die Philatelistische Sammlung in Bonn, in eine Stiftung des öffentlichen Rechts überführt. Aus der Deutschen Bundespost entstanden drei Aktiengesellschaften, die Deutsche Post AG, die Deutsche Telekom AG und die Postbank AG. Während dieser Zeit waren Harald Krieg und seine Kollegen stark mit der Sicherung von Archivalien beschäftigt. Viele Dinge aus den aufzulösenden Dienststellen wurden gesichtet und gesichert. 1999 trat Krieg in den Ruhestand. Jetzt hatte er mehr Zeit für seine Familie, sein Häuschen in Osdorf und sein Hobby: Postgeschichte und Philatelie. Für seinen Harburger Briefmarkensammler-Verein von 1920 e. V. war er sehr aktiv in der Gestaltung von Ausstellungen und verfasste viele Forschungsberichte, die ihm Anerkennung und Auszeichnungen*) einbrachten. Zudem schrieb er für die „Arbeitsgemeinschaft für Postgeschichte und Philatelie von Schleswig-Holstein, Hamburg und Lübeck e. V.“ und die Studiengruppe Postgeschichte“. 2005 verfasste er gemeinsam mit seinem Kollegen Thomas Kahlbom das Buch „Postbeförderung mit der Hamburger Straßenbahn“.
Harald Krieg im Zugpferdemuseum Lütau
2007 war er nochmal für das Postmuseum und den NDR unterwegs. Der rund zwölfminutige Beitrag schildert die Reise mit der Postkutsche vor 150 Jahren und ist auf YouTube abzurufen unter So´ne Tortour – Wie der Norden damals reiste (NDR) 2010 schloss das Museum für Post und Kommunikation am Stephansplatz.
Es war ihm stets ein Anliegen, die Postgeschichte aufzuschreiben. „Alles was wir nicht aufschreiben, geht sonst verloren!“
wir vermissen ihn alle sehr, er hat war stets mit Rat und Tat dabei wenn man etwas postalisches Wissen benötigt hat. Menschlich auch ein lieber Kerl, wenn man ihn traf war immer Zeit für einen kleinen Snack. Im Himmel wo er jetzt ist wird er stimmt schnell der Amtsleiter vom Himmel Postamt.