Die Fahrende Postschule – nur noch eine Erinnerung

Ausgabe

Post- und Telekommunikationsgeschichte 1997/1

Autor: Jens Töwe

Seiten: 118-124

Im Jahre 1959 stellte die DBP die erste Fahrende Postschule in ihren Dienst. Der Wagen gehörte der Oberpostdirektion Düsseldorf und wurde in seinem Einsatzgebiet schnell bekannt und beliebt. Ein ausführlicher Beitrag in der Postpraxis 2/1965 erläuterte den Postlern Einzelheiten über den Nutzen und Einsatz des Wagens. Schon frühzeitig entstand der Gedanke, der Düsseldorfer Fahrenden Postschule weitere Schulwagen folgen zu lassen. Nach Einführung der „Beamten für Öffentlichkeitsarbeit“ im Jahre 1965 waren die personellen Voraussetzungen hierfür sehr günstig geworden, und es wurden weitere Fahrende Postschulen aus meist ausgedienten Postomnibussen installiert. Am Ende gab es im Bundesgebiet deren achtzehn Stück.

Die meist dekorativ gestalteten, umgebauten Omnibusse waren bis Anfang der siebziger Jahre im Bundesgebiet zu einem Begriff geworden, denn immer wieder berichtete die Lokalpresse von deren Einsatz in den einzelnen Schulen. Doch schon frühzeitig hatte sich auch die Erkenntnis durchgesetzt, daß der Betrieb der Fahrenden Postschulen nicht nur nützlich, sondern auch sehr kostspielig war. Die Wagen wurden zunächst mit nicht unbeträchtlichen Mitteln eingerichtet, sie mußten nur unter nicht immer einfachen Umständen betriebsbereit gehalten werden, und es waren wesentliche Personalkosten damit verbunden. Die Schulen nahmen das Gratisangebot der Deutschen Bundespost im allgemeinen gern entgegen. Voraussetzung hierfür war, daß die Schulen keine Unkosten – abgesehen von Betriebskosten – zu tragen hatten. So war es schließlich auch im wesentlichen die Kostenfrage, die zum Ende des Schulwagen-Einsatzes im Jahre 1974 führte.

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