Hamburger Postbauten | Ein Blick zurück

Ausgabe

DAS ARCHIV 03/2023

Autor: Horst Halbach

Seiten: 56 – 59

Vor wenigen Jahren sorgte in der Hamburger City-Nord ein Ereignis bei einigen Bürgerinnen und Bürgern der Stadt für Wehmut – anderen war das architektonische „Prunkstück“ des Brutalismus immer ein Dorn im Auge gewesen: Vierundvierzig Jahre nach der Grundsteinlegung des Gebäudes wurde am Überseering die ehemalige Oberpostdorektion (OPD) Hamburg abgerissen. Andere Bauten, weit früher entstanden, prägen weiterhin das Stadtbild.

Am 2. Januar 1848 bezog die Post das stattliche hanseatische Hauptpostgebäude, das der Architekt Alexis de Chateauneuf entworfen hatte, Diesem Stadtpostamt waren 14 Stadtpostexpeditionen unterstellt. Die hannoversche und die Thurn und Taxis’sche Post zogen ebenfalls in das Gebäude ein, darüber hinaus gab es weitere ausländische Postanstalten in der Hansestadt. Auf dem Turm befand sich der Endpunkt der Hamburger optischen Telegrafenlinie, die aber bereits im Oktober durch einen elektrischen Telegrafen abgelöst wurde. Bis 1866 wurde dieser Dienst weiterentwickelt und ging 1868 als „Hamburger Staatstelegraph“ in die Telegrafie des Norddeutschen Bundes über- Der Fernsprechbetrieb begann in Hamburg am 21. April 1881 mit 206 Teilnehmern, doch die Vermittlungsstelle wurde bald darauf in die Scholvienpassage verlegt, eine zweite in der Grönniger Straße geschaffen. Mit der Reichsgründung 1871 waren die hanseatischen Postämter von Bremen, Hamburg und Lüneck zunächst als Oberpostämter dem General-Postamt in Berlin unterstellt worden, bis zur gründung der „Ober-Post.Direction“ Hamburg am 1. April 1873. Ihr traten die Oberpostdirektionen Kiel und Hannover einige Bezirke ab, sodass Hamburg die Postamtsbereiche von Cuxhaven mit der Insel Helgoland, Otterndorf, Hemmoor, Stade, Buxtehude, Buchholz, Winsen, Lüneburg, Mölln, Trittau, Ratzeburg, Lüneck, Oldesloe, Ahrensburg, Altona und Blankenese umfasste. Auch das Gebiet der Handestadt Lübeck wurde der Oberpostdirektion Hamburg zugeordnet.

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