Im Spannungsfeld von Image und Effizienz
Die Produktpalette von W. Döllken & Co. vor dem Zweiten Weltkrieg
Ästhetik und Design sind entscheidende Aspekte, wenn wir Sockelleisten für die hei-mischen Wände aussuchen, Robustheit und solide Verarbeitung dagegen die einzigen Kriterien der Eisenbahnverwaltung bei der Anschaffung neuer Schwellen für den Gleis-bau. Für ein Holz verarbeitendes Unternehmen, das beide Produkte im Angebot hat, eine enorme kommunikative Herausforderung: Das Image des einen passt nicht recht zum Image des anderen.
Das Werksgelände von W. Döllken & Co. im Luftbild abgebildet in einer Werksbroschüre von 2012; Maschinenhaus (mit Schornstein) und Kesselhaus (links) sind gut zu erkennen
Quelle: 40 Jahre Döllken & Co. 1887–1927
Das Meistern dieses Spagats war eines der Erfolgsgeheimnisse von W. Döllken & Co. in (Essen-)Werden. Das Herzstück des ehemaligen Werkskraftwerks der Firma, ein 550 Kilowatt leistendes Ensemble aus Dampfmaschine und Schwungradgenerator aus dem Jahr 1909, ist heute ein zentraler Ankerpunkt der Ausstellung des TECHNOSEUM. Zwischen 1920 und 1964 und danach noch sporadisch bis 1984 lieferte es die Antriebskräfte für die Maschinen auf dem weitläufigen Werksgelände entlang der Ruhr − fürs Grobe und Feine.
Als Kleinunternehmen mit breiter Produktpalette hatte der Schreinermeister Wilhelm Döllken (1833–1888) 1866 in Werden an der Ruhr eine „Möbel-Fabrik und Handlung“, später auch „Möbel-Magazin“ genannt, gegründet, das sich schnell vergrößerte. Solche Firmen vertrieben die gesamte Bandbreite der Innenausstattung einfacher und bürgerlicher Haushalte: Von Holzwaren wie Schränken, Tischen und Stühlen über Polstermöbel wie Sofas und Glaswaren wie Spiegeln war alles zu haben.
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