Pferde im Postdienst

Ausgabe

Post- und Telekommunikationsgeschichte 1987/1

Autor: Walter Ehrenfried

Seiten: 5-29

Heute verbinden die meisten von uns das Wort „Postkutsche“ fast zwangsläufig mit dem Begriff „Romantik“. Wir lehnen uns entspannt zurück, schließen die Augen und träumen ein wenig von der vermeintlich „guten alten Zeit“, ohne Streß, Verkehrschaos und -unfälle, Umweltverschmutzung und Smogalarm, Kraftstoffbeschaffungs- und Abfallprobleme.

In der vorliegenden Arbeit soll weniger von Botenreitern und Postkutschen, mehr jedoch von den Lebewesen die Rede sein, die ihre Körperkräfte in die Dienste der Post stellen mußten. Dabei soll deutlich werden, daß der „Hafermotor“ wesentlich anspruchsvoller, unzuverlässiger, pflegebedürftiger und leistungsschwächer, freilich auch liebenswerter war als der Verbrennungs- oder der Elektromotor. Und umweltfreundlich war die Pferdehaltung auch nicht uneingeschränkt: Pferdekot und -urin, Pferdekrankheiten und -kadaver, Futtermangel und Unfälle verursachten Probleme, die wir in unsere Träumereien kaum einbeziehen.

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