Postgeschichte und Zeitgeschichte während des Aufstandes in Baden 1849

– lebeding gemacht durch einen Militariabrief

Ausgabe

Post- und Telekommunikationsgeschichte 1987/1

Autor: Karsten Wildschütz

Seiten: 82-87

Jeder, der sich des öfteren mit Altbriefen befaßt, kennt das: der Inhalt eines Briefes ist oft interessanter als der Umschlag oder die Briefvorderseite. Genauso verhält es sich mit dem hier gezeigten „Militair-Familienbrief“.

Allem Anschein nach handelt es sich um einen Brief des Lieutenants Devens im II. Bataillon des 16. Landwehr-Regiments an seine Mutter in einem Ort namens „Eshen“ über „Düsheldorf“. Nicht mehr und nicht weniger ist von dem Umschlag her zu erkennen, ja noch nicht einmal das Anzeichen einer postalischen Behandlung. Man kann lediglich erstaunt zur Kenntnis nehmen, daß irgendwann vor langer Zeit – denn ein gewisses Alter kann man diesem Brief schon ansehen – die heutige Großstadt Essen relativ unbekannt war und den Zusatz „über Düsseldorf“ erforderlich machte. Vielleicht kann der Betrachter auch darüber rätseln, warum der Brief keinen postalischen Vermerk trägt. Wurde er eventuell gar nicht zur Beförderung aufgegeben, oder wurde er im Sammelbrief befördert, oder wurde er nicht durch die Post befördert, sondern durch Fuhrleute oder Kameraden in die Heimat gebracht? Nun, es ist müßig, darüber nachzudenken und auch nicht so wichtig für das, was in diesem Artikel zum Ausdruck kommen soll.

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