Spielhallen- Feeling und Spaß im Museum | Das Flipper- und Arcademuseum Seligenstadt

Ausgabe

DAS ARCHIV 02/2023

Autorin: Isabell Koch

Seiten: 66 – 70

Gläserne Vitrinen und kontemplative Stille, nein, so ein Museum ist das Flipper- und Arcademuseum in Seligenstadt am Main ganz und gar nicht. Leicht vorgebeugt, beide Hände seitlich an tischhohe Kästen gepresst, sind hier Menschen vom Spiel gefesselt. Das Blinken und Flackern, das Schnellen und Klackern, die Musikfetzen und Geräusche stören sie offensichtlich nicht.

Den einen das Vergnügen, den anderen die Arbeit: Ein ehrenamtlicher Helfer wartet den „Whirlwind“ (Williams, 1990). Die gewerbliche Lebensdauer eines Flippers oder Arcade-Automaten betrug etwa 4 Jahre, nach 2 Jahren musste sich der Miet- oder Kaufpreis für den Betreiber amortisiert haben

Foto: Bert Bostelmann, Bildfolio

Der „Daytona USA“ (Sega, 1994) ist ein Highlight der Ausstellung, ausgestattet mit Sitz, Lenkrad und Fuß-Pedal. Bis heute gilt das Auto-Rennspiel als eines der besten Racer-Videospiele; Grafik, Sound und Gameplay waren 1994 wegweisend

Foto: Bert Bostelmann, Bildfolio

Auf zwei Etagen sind in einer ehemaligen Gewerbeimmobilie rund 250 Spielautomaten ausgestellt. Dicht an dicht stehen Flipper und Arcade Games in allen erdenklichen Variationen nebeneinander. Bis auf einige wenige museale Stücke im Eingangsbereich dürfen die Gäste – gegen einmaligen Eintritt – an allen Geräten spielen. Im Untergeschoss stehen rund 100 der älteren Flipperautomaten. „Da sind auch ein paar dabei, die man nicht überall findet. Weil wir als Museum nicht nur die populärsten Maschinen, sondern gerade auch „die Exoten“ und die seltenen Geräte zeigen wollen“, sagt Rainer Krapohl, der Vorsitzende des Trägervereins.

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