Wenn ein Zeppelin in den Lüften erscheint, da schlägt jedes Herz höher

Ausgabe

DAS ARCHIV 03/2025

Autor: Andreas Hahn

Seiten: 20-25

Bis heute haben Luftschiffe nichts von ihrer Faszination verloren, und die philatelistischen Zeugen der großen Fahrten sind gesuchte Sammlerstücke. Auch das Archiv für Philatelie der Museumsstiftung hat eine solche Sammlung. Zudem konnte es vor einigen Jahren die umfangreiche und qualitätvolle Zeppelin-Sammlung von Rolf Vollrath, einem Unternehmer und Sammler aus Freiburg im Breisgau, als Dauerleihgabe der Rolf und Hildegard Vollrath-Stiftung übernehmen. Sie illustriert die spannende Geschichte der Luftfahrt mit Zeppelinen.

125 Jahre Erstflug eines Zeppelin-Luftschiffs

© Rolf und Hildegard Vollrath-Stiftung, Freiburg i.B.

Es war ein freundlicher Sommerabend am 2. Juli 1900, als sich von einer im Bodensee schwimmenden Plattform nahe Manzell bei Friedrichshafen langsam der erste Zeppelin, das Luftschiff „LZ 1“, zu seiner ersten Probefahrt erhob.

Mit einer Länge von 128 Metern und einem Durchmesser von über 11 Metern war es in seiner Größe ein beeindruckendes Monument technischer Leistungsfähigkeit. Zwei schwache Daimler-Motoren, die zusammen über gerade einmal 28 PS verfügten, trieben das nur unzureichend steuerbare Luftschiff über Luftschrauben an. Für den Auftrieb sorgte Wasserstoff in mehreren Gummi-Zellen, und für die erforderliche Steifheit der Konstruktion bei gleichzeitig möglichst niedrigem Eigengewicht hatte der Konstrukteur auf ein Gerüst aus Aluminium-Rippen gesetzt. Das neuartige Leichtmetall war zwar schon 1825 entdeckt worden, konnte aber erst seit 15 Jahren industriell hergestellt werden.

Die Fahrt selbst verlief aus heutiger Perspektive wenig spektakulär und war bereits nach weniger als 18 Minuten beendet. Eine kurze Steillage des Luftschiffs konnte die Mannschaft an Bord meistern, die Höchstgeschwindigkeit lag bei gerade einmal 28 Stundenkilometern. Dann landete das Luftschiff wieder auf dem Schwimmfloß mit seiner Bodenmannschaft. Und so kurz diese Fahrt auch gewesen sein mochte, so brachte sie doch den erwünschten und ersehnten Beweis, dass Luftschiffe sich in die Lüfte erheben können und auch sicher wieder landen – und dass sie einigermaßen steuerbar sind.

Der Erfinder, Ferdinand Graf von Zeppelin (1838−1917), war bei dieser ersten Probefahrt selbst an Bord. Von Zeppelin stammte aus einem alten meck-lenburgischen Adelsgeschlecht und hatte als Kavallerie-Offizier am Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 teilgenommen.

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