Sammeln, Tauschen, Kämpfen
Der Hype um das Medien-Franchise Pokémon
Spiele verbinden Menschen und Generationen von klein auf. Schon der Anblick eines „Mensch ärgere Dich nicht“-Spielbretts, einer Tipp-Kick-Figur, einer Spielzeugeisenbahn oder eines Hüpfseils kann nostalgische Gefühle wecken. Für die Kinder der 1990er-Jahre ist es das Medien-Franchise Pokémon, an das sich viele Erinnerungen knüpfen. Eine Reihe von Pokémon-Artikeln − von Videospielen über Karten bis hin zu einer Lern-Software zum Üben des Zehnfingersystems − war bis März in der Sonderausstellung „Spiel mit!“ des TECHNOSEUM zu sehen und befindet sich nun im Depot des Mannheimer Museums.
Tausende Menschen versammelten sich im Juli 2016 um einen sogenannten Pokéstop in Chicago. Ein Ort, den nur sehen konnte, wer auf einem mobilen Endgerät das Augmented-Reality-Game Pokémon Go geöffnet hatte. In der Menge befanden sich überwiegend Erwachsene, die gekommen waren, um die kleinen und großen Fantasiewesen namens Pokémon (jap. „poketto monsutā“ = engl. „pocket monster“) zu suchen und zu fangen. Doch die Server des Spiels fielen aus – kein Pokémon in Sicht. Um die Wartezeit zu überbrücken, stimmte die Menschenmenge gemeinsam das Titellied zur ersten Staffel (1997−1999) der Pokémon-Serie an. Für viele Fans ein verbindender Moment, der „an alte Zeiten“ erinnerte: 1996 hatte der japanische Videospielentwickler Game Freak in Japan die Videospiele Pokémon Rot und Grün für den Nintendo Game Boy entwickelt, die 1999 als Pokémon Rot und Blau in Europa erschienen. Es folgten weitere Videospiele, ein Sammelkartenspiel, eine Anime-Serie, mehrere Manga-Reihen und Kinofilme sowie diverse Merchandising-Produkte. Seit inzwischen fast 30 Jahren begeistert das Franchise der japanischen The Pokémon Company und hat sich zum erfolgreichsten und umsatzstärksten Medien-Franchise aller Zeiten entwickelt.
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