Roboter, KI und Gefühle
Emotionale Kommunikation mit Künstlicher Intelligenz
Viele Jahrzehnte, nachdem im Sommer 1956 auf der Dartmouth Conference in Hanover, New Hampshire, der Begriff „Artificial Intelligence“ (Künstliche Intelligenz) geprägt worden ist, scheint die KI nun an jede Tür zu klopfen. Lange wurde sie totgesagt und mitunter sogar als größter Flop der Wissenschaftsgeschichte tituliert, nun gilt sie als einer der größten Triumphe der Wissenschaft.
Der Roboter Ameca ist eines der Highlights im Zukunftsmuseum in Nürnberg. 27 Motoren verfeinern seine Mimik, wodurch eine menschenähnliche
Interaktion und Kommunikation ermöglicht wird.
Foto: Deutsches Museum Nürnberg, Boris-Brackrock
Widersprüchlich sind auch die Beurteilungen von Experten und Journalisten. Einerseits wird die KI als Zukunftstechnologie schlechthin gefeiert, andererseits als potenziell gefährliche, die Existenz der Menschheit bedrohende Technologie. Der KI wird also mehr oder weniger fast alles zugetraut.
Wie auch immer man sie nun bewertet, eines kann als gesichert angesehen werden: Die KI hat längst Einzug gehalten in unsere Kultur, unsere Medien, unsere Kommunikation, unsere Forschung, unsere Verteidigung und unsere Wirtschaft und wird deren Zukunft entscheidend prägen. Sie hat die Reproduzierbarkeit der Wirklichkeit endgültig von allen noch vorhandenen Fesseln befreit. Die Medien, schon lange auch Erzeuger von Wirklichkeiten aller Art, haben sich dank KI endgültig aus ihrer klassischen Vermittlerfunktion verabschiedet. Der Wechsel auf die Seite des Produzenten von Wirklichkeiten, von Anfang an als Tendenz in den Medien angelegt, kann mittels KI vollendet werden. Die Medien liefern synthetische Realitäten für jeden politischen, sozialen oder kommerziellen Anlass. Ganz gleich, ob Bild oder Ton, ob Clip oder Musik, ob Film, Kunstwerk oder gesprochenes Wort, die KI kann alles generieren. Und wie die Forschung zeigt, sogar Wissen. Allerdings haben 2023 Untersuchungen amerikanischer Universitäten ergeben, dass sich eine zu Forschungszwecken eingesetzte KI häufig irrt. So schrieb Michael Springer im Wissenschaftsmagazin Spektrum, dass „die Methoden anfechtbar und die Resultate fragwürdig waren“. Kein Wunder, denn eine KI muss ja lernen und kann dabei auch Falsches lernen.
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