Die Graue Energie der Gelben Post

Kieler Postbauten der Nachkriegszeit und ihre heutige Nutzung

Ausgabe

DAS ARCHIV 02/2025

Autor: Benedikt Burkard

Seiten: 58-63

In den Jahrzehnten zwischen dem Ende des Zweiten Weltkriegs
und den Privatisierungen der 1990er-Jahre ließ die Post in der Bundesrepublik Tausende Bauten errichten. Die wenigsten werden heute noch von den Nachfolgeunternehmen genutzt. Benedikt Burkard hat sich die Entwicklung ehemaliger Postbauten in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt Kiel angesehen. 

Fenstergitter des ehemaligen Postamts 2, 2025.
Foto: Benedikt Burkard

Das Café in der ehemaligen Schalterhalle des Postamts 24, 2022. Im Hintergrund ist die ehemalige Vermittlungsstelle zu sehen.
Foto: Benedikt Burkard

Bis zum preußisch-österreichischen Sieg über Dänemark im Jahr 1864 befand sich Kiel unter dänischer Herrschaft. Die dänische Post betrieb mit Ausnahme der Verbindung zwischen Kiel und (Hamburg-)Altona, die ab 1844 über die neu gebaute Zugstrecke lief, nur den innerstädtischen Postverkehr. Die Postverbindungen in das Kieler Umland waren privat organisiert. Am 1. Januar 1865 übernahm die Schleswig-Holsteinische Oberpostinspektion die tägliche Postzustellung in Kiel. Am 1. Januar 1867 wurde in Kiel eine Oberpostdirektion für das nun preußische Schleswig-Holstein eingerichtet, und um die Jahrhundertwende schlossen die letzten privaten Postanstalten, die es in Kiel noch gab.

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