Künstliche Intelligenz im Eigenheim

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My Smart Home Is My Castle

Künstliche Intelligenz im Eigenheim

Ausgabe

DAS ARCHIV 4/2019

Autor: Jürgen Bräunlein

Seiten: 34-39

Rollläden, die nachts wie von Geisterhand herunterfahren und über Tag wieder hoch. Heizungen, die selbstständig Temperaturen senken, wenn ein Fenster geöffnet wird, Waschmaschinen, die ferngesteuert schleudern − die Automatisierung der häuslichen Umgebung schreitet voran. „Smart Home“ oder „Smart Living“ sind die Schlagwörter für diese neue technologische Aufrüstung unseres Zuhauses. Doch was leistet ein Smart Home und wie weit geht seine Smartness?

Fast jeder dritte Bundesbürger lebt bereits in einem zumindest teilweise vernetzten Haushalt mit smarten Geräten, ergab eine kürzlich durchgeführte Umfrage des Branchenverbandes Bitkom. Dabei gibt es für das, was ein Smart Home ist, auch unter Experten keine einheitliche Definition. „Manchmal wird streng zwischen Konzepten, Verfahren und Geräten getrennt, manchmal alles in einen Topf geworfen“, bemängelt der Versicherer CosmosDirekt. Smart Home ist – ähnlich wie Smart Living − ein Begriff, der die unterschiedlichsten digitalen Technologieangebote zusammenfasst, bei denen einzelne Bestandteile der häuslichen Infrastruktur (Licht, Heizung, Fenster, Multimedia) gewerkeübergreifend untereinander vernetzt werden. Die Abläufe werden automatisiert, das heißt, sie folgen Regeln, die der Benutzer beziehungsweise Installateur vorher festgelegt hat. Die Geräte werden dabei drahtlos per Funk miteinander verbunden, was den stattfindenden „Handlungen“ etwas Unheimliches geben mag. Anders gesagt: Ein Zuhause ist dann smart, wenn es selbstständig auf Veränderungen in ihm oder seinem Umfeld reagieren kann. „Wenn es also selber weiß, was es wann tun soll“, so Professor Michael Krödel von der Technischen Hochschule Rosenheim. Ein vernetztes Haus kann registrieren, wie sich seine Bewohner verhalten, wann sie aufstehen, wann sie in der Küche sind, wann im Wohnzimmer, wann Licht gebraucht wird und wann nicht. Sind die Hausbesitzer im Urlaub, simuliert das Haus die Anwesenheit der Bewohner besser als eine Stehlampe im Wohnzimmer mit Zeitschaltuhr.

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