Provenienzforschung in der philatelistischen Sammlung der Museumsstiftung

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„… einen Teil unentgeltlich dem Reichspostmuseum Berlin zur Verfügung gestellt“

Provenienzforschung in der philatelistischen Sammlung der Museumsstiftung

Ausgabe

DAS ARCHIV 4/2020

Autor: Peter Hirschmiller

Seiten: 56-59

Vor 1933 gab es in Deutschland zahlreiche Briefmarkenhandlungen, die von jüdischen Geschäftsführern geleitet wurden. Allein für Berlin und Hamburg lassen sich 13 jüdische Geschäfte nachweisen, die während der NS-Herrschaft liquidiert oder arisiert wurden. Im Zuge des Provenienz-Forschungsprojektes stellte sich die Frage, ob das Reichspostmuseum von diesen illegalen Praktiken profitiert hatte.

 

Der Zugriff des NS-Regimes auf jüdisches Eigentum in Deutschland begann ab 1933 zunächst noch recht unsystematisch und willkürlich. Ab 1938 erreichte die staatlich gelenkte Ausbeutung von jüdischen Betrieben dann eine bis dahin ungeahnte Dimension. Mit der kurz nach der Reichspogromnacht am 12. November beschlossenen „Verordnung zur Ausschaltung der Juden aus dem deutschen Wirtschaftsleben“ wurde damit begonnen, alle jüdischen Betriebe zu arisieren oder zu liquidieren. Das bedeutete die Übernahme durch eine nichtjüdische Person oder die Auflösung des Betriebes sowie den kompletten Ausverkauf aller noch vorhandenen Waren.

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