Zwischen Leid und Hoffnung

Über Suchdienste und digitale Archive

Ausgabe

DAS ARCHIV 02/2025

Autorin: Tanja Neumann

Seiten: 66-69

Seit jeher bemühen sich Menschen, verschwundene Angehörige, Freunde oder auch die eigenen familiären Wurzeln zu finden. Sie suchen nach Vermissten in Krisenregionen, wollen Schicksale aus Kriegszeiten klären oder die eigene Familiengeschichte besser verstehen. Die Digitalisierung und die Vernetzung der Welt haben die Möglichkeiten zur Suche maßgeblich verändert.

#everynamecounts heißt ein Crowdsourcing-Projekt der Arolsen Archives, bei dem jeder und jede, von zu Hause aus, Dokumente aus Konzentrationslagern digitalisieren kann. Als Medieninstallation zum digitalen Gedenken war der Name während des Lockdowns 2021 auf der Fassade der Französischen Botschaft in Berlin zu lesen.
Foto: Arolsen Archives

Die Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes, Gerda Hasselfeldt, begrüßte nach dessen Vorstellung 2024 den Regierungsentwurf 2025, der weiterhin finanzielle Mittel zur „Schicksalsklärung Zweiter Weltkrieg“ enthielt und damit das humanitäre Mandat des DRK-Suchdienstes verlängerte. Denn auch heute noch, so Hasselfeldt, beschäftige viele „die drängende Frage nach vermissten Familienmitgliedern“. So wandten sich im ersten Halbjahr 2024 rund 4.000 Menschen an den Suchdienst, der in 43 Prozent der Fälle Auskünfte über den Verbleib der Gesuchten geben konnte.

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