Von seiner Vielfalt, Beschaffenheit und von der Bekämpfung des Staubs bei der Post

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Ein vagabundierender Stoff

Von seiner Vielfalt, Beschaffenheit und von der Bekämpfung des Staubs bei der Post

Ausgabe

DAS ARCHIV 4/2020

Autorin: Margret Baumann

Seiten: 30-35

Seit einigen Jahren hat Staub Konjunktur. Er raubt uns den Atem und bremst Autofahrer aus, wenn es heißt: Feinstaubalarm! So banal er zu sein scheint, Staub spielte schon vor Corona eine große Rolle. Auch bei der Post, wo der „Kampf dem Staube“ schon zu Postkutschenzeiten geführt wurde, mit der Einführung geschlossener Kraftpostbusse gewonnen schien und mit Feinstaubfiltern bei Zustellfahrzeugen noch lange nicht zu Ende ist. Weit mehr als den Abgasen und dem Feinstaub im Freien galt dieser „Kampf“ über viele Jahrzehnte dem Staub, den Postbeutel und -säcke im Postbetrieb aufgewirbelt haben.

In Burghaslach trocknen im Freien Säcke der Post, die bei einem externen Auftragnehmer gereinigt wurden; um 1975

Zum Bahnpostamt Köln-Deutz gehörte ein großes Reinigungswerk für Postbeutel und Schutzkleidung, 1950er-Jahre

Wenn sich die Deutsche Reichspost öffentlich präsentierte, erläuterte sie ihre Vorzüge gern in Reimform. So auch Anfang der 1930er-Jahre auf der Hygieneausstellung in Dresden: „Kein Knasterduft verdirbt die Sphäre, Zutritt ist Hunden nicht erlaubt, nach Regeln der Gesundheitslehre, sorgfältig wird der Raum entstaubt“, hieß es da, und weiter: „Kein Staub wird im Gehäus` geduldet; Lüftung und Wischtuch töten ihn. Man weiß, was man dem Sprechgast schuldet, gewissenhaft betreut man ihn.“ Zu dieser Zeit spielten Gummiabrieb von Autoreifen und Faserstaub aus Asbest − aus dem in den Jahren des Zweiten Weltkriegs auch Postbeutel gefertigt wurden − als Verursacher von Staubpartikeln eine weit geringere Rolle als heute.

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