Geheime (Liebes-)Botschaften per Post
Was Postwertzeichen verbergen und verraten können
Ein Brief, dessen Umschlag eine Briefmarke ziert mit gesticktem Herzen und einem „Für Dich“, braucht nicht mehr viele Worte. Und ein Tränendes Herz, so schön die Blüten sind, kann als Markenmotiv signalisieren, dass Schmerzliches zu erwarten ist. Raffinierter waren Botschaften hinter Briefmarken verborgen zu Zeiten, als die Briefmarkensprache offenbar vielen Menschen geläufig war.
Mit einem Anhang zur Liebessprache des Taschentuchs versehen, wirbt diese Broschüre aus dem späten 19. Jahrhundert (Entzlin & Laiblin Verlag, Reutlingen) um Interessierte
Egal, um welchen Anlass es sich handelt: Der Brief- und Kartenversand hat in den letzten 25 Jahren um 90 Prozent abgenommen, und die jüngste Anhebung des Portos dürfte die Tendenz nicht ändern. Eine wirklich vergünstigte Gebühr gibt es nicht mehr. Dabei war die Postkarte einst genau das – eine preiswerte Alternative zum aufwendig und oft nach Maßgabe von Briefstellern verfassten Schreiben. Heute gibt es sogar Hilfestellung beim Formulieren von Texten für Postkarten. Beispielsweise unter simplycards.de, einer Seite, die Schreibwilligen mit „leergefegtem Kopf“ Unterstützung anbietet: „Mit einer Postkarte möchten Sie zeigen, dass Sie an den Anderen denken und ihn mit Ihren Abenteuern zum Träumen bringen möchten. Gestalten Sie gerne diese Ideen persönlich, damit der Text Ihre eigenen Erfahrungen und Gefühle widerspiegelt.“ Und dann geht es los, passend zu jedem Anlass. Für den Sommer bietet die Seite Poetisches über das Meer und über die Berge – beliebte Urlaubsziele der Deutschen: „Das Meer ist wirklich ein Wunder der Natur. Mit seinen wechselnden Farben, den schillernden Lichtreflexen und beeindruckenden Landschaften bringt es meine Augen tagtäglich zum Leuchten!“
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