Gehlberg, ein von Fichtenwäldern und Bergkuppen umgebenes Bergdorf in der Nähe so bekannter Orte wie Oberhof, Ilmenau oder Suhl, liegt am Nordhang des Thüringer Waldes. Zwei Kilometer südlich vom Ort verläuft der 168 Kilometer lange Rennsteig, Deutschlands berühmtester Weitwanderweg und bekannt durch die jährlich stattfindenden Rennnsteigläufe mit Tausenden von Teilnehmern. Bis 1990 war Gehlberg ein Standort der Glasproduktion, deren Ursprung auf den Bau einer Glashütte durch Herzog Ernst I. von Sachsen-Gotha im Jahre 1645 zurückgeht. Heute ist nur noch der Tourismus in Konkurrenz umliegender Ferienorte eine Einnahmequelle des Ortes. Sehenswert sind in Gehlberg einige denkmalgeschützte Gebäude, wie die Glashütte selbst, das Kesselhaus, das einstige Herrenhaus und die Bergkirche aus dem Jahre 1751. Zu einem Besuch laden gleich drei Museen ein: Unter dem Dach des Herrenhauses das 1933 eröffnete Glasmuseum und das Wilderermuseum sowie das 2014 im ehemaligen Postamt eröffnete private Gehlberger Postamt-Museum.

Das Gehlberger Postamt-Museum

Foto: Hartmut Trier

Das Glasmuseum spiegelt die Gehlberger Glastradition wider und erinnert zum Beispiel auch daran, dass Wilhelm Conrad Röntgen, nachdem er 1895 die von ihm X-Strahlen genannten Röntgenstrahlen entdeckt hatte, die ersten Röhren nach seinen Vorstellungen in Gehlberg anfertigen ließ. Das Wilderermuseum gibt einen Einblick in das Handwerk der Wilddieberei.

Das Gehlberger Postamt-Museum

Foto: Hartmut Trier

Das Gehlberger Postamt-Museum schildert natürlich nicht nur die Entwicklung der Post in Gehlberg, sondern erinnert darüber weit hinaus an viele Fakten und Ereignisse aus der über 500-jährigen Postgeschichte.

Das Gehlberger Postamt-Museum

Foto: Hartmut Trier

Als das Postamt Gehlberg im Mai 1997 geschlossen und zum Kauf angeboten wurde, dann längere Zeit leer stand und von Zerfall bedroht war, erwarb es 2004 Hartmut Trier, ein noch aktiver Postler. Er sanierte das Gebäude und etablierte in den ehemaligen Betriebsräumen im Parterre des Hauses eine Ausstellung mit dem Ziel, die Besucher, darunter gern gesehen Postler und Philatelisten, an wesentliche Entwicklungen der Post zu erinnern und Arbeitsmittel der Post und Zeitdokumente zu zeigen und für nachfolgende Generationen zu bewahren.

Das Gehlberger Postamt-Museum

Foto: Hartmut Trier

Wer sich einer Führung durch die Ausstellung anschließt, erkennt schnell, wie in so einem Postamt gearbeitet wurde; Schalter und Schalterhalle beispielsweise sind so eingerichtet, als hätten die Postler gerade Feierabend. Historisches Mobiliar, wie Schreibtisch, Stempel- und Aussacktisch, oder fast vergessene Arbeitsmittel, wie Beutelgestell, Schnürösen, Bundschließen, versetzen den Besucher in zurückliegende Jahre.

Das Gehlberger Postamt-Museum

Foto: Hartmut Trier

Im Postillion-Zimmer, dem ehemaligen Zimmer des Postamtsleiters, ist die Entwicklung der Post seit 1490 bis zum 20. Jahrhundert schwerpunktmäßig dargestellt. In der Packkammer behandeln 14 Schautafeln ausgewählte Themen: Der Erfinder der Briefmarke. Die erste deutsche Briefmarke. Die berühmteste deutsche Briefmarke. Der Gründer der modernen Post. Von der Kaiserzeit bis zur Kapitulation 1945. Der Neubeginn. Die Gründung der Deutschen Post der DDR. Der zentrale Kurierdienst der DDR. Der Postzeitungsvertrieb. Der Postkrieg. Luft- und Raumfahrtbelege der DDR. Das Ende der Deutschen Post und der DDR. Das Ende der Staatspost in Deutschland. Der etwas andere Blickwinkel – Postkontrolle in Deutschland.

Das Gehlberger Postamt-Museum

Foto: Hartmut Trier

Überrascht wird der Besucher von der Fülle der Exponate: Briefmarkenautomaten, Postkraftfahrzeugmodelle, Posthorn, Telefonzelle, Schalterterminal von Robotron, Postzeitungswickel, Postmietverpackungen, Lottokisten und vieles andere mehr.

Das Gehlberger Postamt-Museum

Foto: Hartmut Trier

Ein Besuch lohnt sich. Er ist möglich nach telefonischer Vereinbarung mit Hartmut Trier unter 0171-224483 9 oder per E-Mail an h.trier@t-online.de.

Das Gehlberger Postamt-Museum

Foto: Hartmut Trier

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