Im November 2015 informierte ein Beitrag auf DGPT AKTUELL über das seit 2014 in Thüringen bestehende private Gehlberger Postamt-Museum. Für alle, die auf Haus und Ausstellung neugierig geworden sind, hat der Initiator und Betreiber des Museums, Hartmut Trier, jetzt eine interessante, 144 Seiten starke und farbig reich bebilderte Broschüre herausgegeben: „Das Gehlberger Postamt-Museum – Blitzlichter zur Postgeschichte“.

Ansicht Gehlberger Postamt-Museum

Die Broschüre wirft einen Blick auf die Entwicklung der kleinen Gemeinde Gehlberg, speziell natürlich die ihrer Post und ebenso die der bis 1990 bedeutenden Glasproduktion. Es kommen aber auch Abschnitte der Post in Thüringen zur Sprache, der Band ist somit gleichzeitig ein Beitrag zur Heimatgeschichte Thüringens. Dann führt er den Leser durch die Ausstellung und durch die Räume des 1903 als Kaiserliches Postamt in Betrieb genommenen Amtes, das die Reichspost nach ihren Vorgaben wie rund 2.000 weitere Postämter in Deutschland von Privatunternehmen errichten ließ und dann abmietete. Der Leser kann nachvollziehen, wie hier einst der Postbetrieb funktionierte, zuletzt in einem kleinen Postamt der Deutschen Post der DDR. Der eine oder andere Leser wird da an Details selbst erlebter oder selbst mitgestalteter Entwicklungen im Postwesens erinnert.

Die Broschüre geht aber über das Anliegen eines Museumsführers, der hauptsächlich die Ausstellung im Auge hat, hinaus. Sie ist vielmehr ein straffer, durch „Blitzlichter“ markierter Abriss der Geschichte der Post in Deutschland von ihren Anfängen, der Thurn und Taxisschen Post am Ende des 15. Jahrhunderts, bis in die jüngere Zeit, da das Poststrukturgesetz am 1. Juli 1989 den Weg der Post zur Aktiengesellschaft ebnete. „Blitzlichter“, das sind Schwerpunkte, die die Entwicklung der Post gravierend prägten, wie die mit der Erfindung der Briefmarke  verbundene Philathelie, deren Präsentation im Postamt-Museum übrigens viele Besucher staunen lässt, die Postkutschenzeit oder die Post im Kaiser- und im Dritten Reich bis zur Kapitulation 1945.

Breiteren Raum widmet Hartmut Trier in seiner Broschüre der Post unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg in der sowjetischen Besatzungszone und in der DDR. Dazu gehören zum Beispiel die „Stunde Null“ bei der Reichspostdirektion Erfurt, die ersten Briefmarken in Thüringen, die Gründung der Deutschen Post der DDR, ihre Besonderheiten, der Zentrale Kurierdienst der DDR, der Postzeitungsvertrieb, Luft- und Raumfahrtbelege, Selbstbedienung und Automaten bei der Deutschen Post, Postkontrolle in Ost und West und schließlich das Ende der DDR und ihrer Post. Und natürlich geht der Autor auch auf die gravierenden Veränderungen seit den 1990er-Jahren ein. Er erinnert an den Fall der Berliner Mauer, an das Ende der Staatspost in Deutschland, die Entwicklung des Filialnetzes nach der deutschen Wiedervereinigung und geht auf den Aufbau eines Qualitätsmanagements bei der Post mit dem Ziel konsequenter Kundenorientierung ein. Gleichzeitig macht er auch auf Widersprüche bei der Entwicklung der Post im Kontext der gesellschaftlichen Entwicklung aufmerksam.

Wer die Broschüre zum Herstellungspreis inklusive Postversand von 12 € bestellen oder, beispielsweise während Urlaubstagen in Thüringen, das Postamt-Museum besuchen möchte, nimmt am besten mit Hartmut Trier Kontakt auf: Tel. (036202) 907 62, Mobil (0171) 22 44 839 oder E-Mail: h.trier@t-online.de. Wer einen Aufenthalt in Gehlberg plant, kann bei ihm die im von Grund auf sanierten Gebäude vorhandene Ferienwohnung anmieten.