Robert Koch – der Name begegnet uns derzeit ständig. Das Robert Koch-Institut (RKI) erfasst die aktuelle COVID-19-Lage und gibt regelmäßig Berichte zum Risiko für die Bevölkerung durch die Pandemie heraus. Die wichtigsten Informationen: Lassen Sie sich impfen, beschränken Sie nicht unbedingt nötige Kontakte. Dazu lüften, Hygieneregeln beachten, im Alltag die Maske tragen.
Auch ohne Corona ist das Robert Koch-Institut DAS Public-Health-Institut für Deutschland. „Unser Ziel ist es, die Bevölkerung vor Krankheiten zu schützen und ihren Gesundheitszustand zu verbessern. Daran arbeiten und forschen im RKI jeden Tag gemeinsam 1.100 Menschen aus 90 verschiedenen Berufen“ – so das RKI auf seiner Website.
Weil Infektionskrankheiten nicht an Ländergrenzen haltmachen, hat im RKI im Januar 2019 eine eigene internationale Abteilung − das Zentrum für Internationalen Gesundheitsschutz (ZIG) – die Arbeit aufgenommen.
Robert Koch (11.12.1843−27.5.1910), der Namensgeber des Instituts, war ein deutscher Mediziner, Mikrobiologe und Hygieniker. Er forschte zum Milzbrand, entdeckte den Erreger der Tuberkulose und beschrieb den Cholera-Erreger. 1905/1906 leitete der Forscher eine Expedition nach Deutsch-Ostafrika, wo er die Schlafkrankheit erforschte.
Von Forschungsreisen und Expeditionen hatte Koch bereits als Kind geträumt. In einer Zeit, als europäische Länder weltweit Kolonien hatten, konnte er seine Forschung mit Auslandsreisen kombinieren und unternahm Expeditionen nach Ägypten, Indien, Südafrika, Java und Neuguinea, ehe ihm 1905 in Schweden der Nobelpreis verliehen wurde.
Die Erfolge Kochs werden heute insofern neu bewertet, als er die Möglichkeiten der Mediziner in der Kolonialzeit skrupellos nutzte, und an afrikanischen Menschen gefährliche Versuche durchführte. Aus Robert Kochs Zeit in Deutsch-Ostafrika stammt ein Brief im Archiv der Museumsstiftung Post und Telekommunikation – in dem sich der Forscher unter anderem über die zu langsame Post beschwert.
https://www.deutschlandfunk.de/menschenexperimente-robert-koch-und-die-verbrechen-von-100.html