70 Jahre ist es her, da pflanzten Bundespräsident Theodor Heuss und Bundesminister Robert Lehr im Bonner Hofgarten einen Ahorn. Weitere 80 Jahre zuvor hatte der Politiker Julius Sterling Morton bei der Regierung von Nebraska die Arbor Day Resolution beantragt; in Folge wurden in dem US-Staat im Mittleren Westen am ersten Arbor Day über eine Million Bäume gepflanzt. Die Vereinten Nationen beschlossen den Tag des Baumes im November 1951, in Deutschland fand er erstmals am 25. April 1952 statt.

In Bonn ging es darum, auf die starken Waldverluste durch den Krieg aufmerksam zu machen: „Während des Krieges und durch den sogenannten Reparationshieb der Alliierten fand auf zehn Prozent der deutschen Waldfläche ein Kahlschlag statt. In den ersten Nachkriegsjahren wurde neun bis fünfzehn Mal mehr Holz eingeschlagen, als nachwachsen konnte. Anfang der 50er Jahre bestand noch immer eine Kohlekrise. Die zugeteilte Menge von 15 Zentner Kohle je Jahr und Haushalt reichten nicht aus, so dass verstärkt Brennholz eingeschlagen wurde. Der Tag des Baumes 1952 diente der Rückbesinnung auf die Nachhaltigkeit – einem Prinzip, das seit fast 150 Jahren das Handeln der Forstwirtschaft geprägt hatte“, so die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald.

Heute liegt der Fokus auf den Baumverlusten durch den Klimawandel und den Kampf dagegen. Wer eine Zeitschrift macht, weiß sowieso um die Bedeutung der Bäume: ohne sie kein Papier, ohne Papier kein Magazin. „Fast jeder zweite industriell gefällte Baum weltweit“, so der WWF, „wird zu Papier verarbeitet – Zeitungen, Zeitschriften, Geschenkpapier, Verpackungen, Küchentücher oder Toilettenpapier“. Damit sei die Papierindustrie eine Schlüsselindustrie, wenn es um die Zukunft der Bäume und Wälder geht.

Derzeit herrschen Knappheit und Preissteigerungen auf diesem Mark. Um Papier und Pappen wird gerungen, und auch grafischen Papiere für Zeitschriften und Zeitungen sind hart umworben. Denn unter anderem verschlingt der Online-Handel – auch der mit Testmaterial und Schutzmasken gegen Corona – Verpackungsmaterial in großen Mengen.

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald verfolgt mit dem Tag des Baumes das Ziel, „Menschen darauf aufmerksam zu machen, wie wertvoll Bäume für Mensch und Umwelt sind. Der Aktionstag soll sie motivieren, sich aktiv für den Wald einzusetzen und etwas für die Bäume zu tun. Durch praktische Aktionen und Pflanzungen können die Menschen so eintauchen in die Welt der Bäume.“

© amekinfo/Wikipedia

Die US-amerikanische Arbor Day Foundation sieht in neu gepflanzten Bäumen eine Lösung für viele der globalen Herausforderungen wie Luft- und Wasserqualität, Klimawandel, Entwaldung, Armut und Hunger und hat gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern in über 45 Ländern über 400 Millionen Bäume weltweit gepflanzt. „To inspire people to plant, nurture, and celebrate trees”, übersetzt: Menschen zu inspirieren, Bäume zu pflanzen, pflegen – und feiern.

www.for-me-online.de/haus-und-garten/mission-morgen/arbor-day-foundation

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