Der Brocken – Urvater aller Fernsehberge

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Beschreibung

Der Brocken – Urvater aller Fernsehberge

Ein „Brocken“ zur Geschichte von Funk und Fernsehen

 

Ausgabe

Das Archiv 1/2015

Autor: Gustav Witte

Seiten: 66-71

Mit jährlich rund zwei Millionen Besuchern ist der 1141,2 Meter hohe Gipfel des Brocken seit Jahrhunderten das beliebteste Ausflugsziel im Nationalpark Harz. Heinrich Heine und Johann Wolfgang von Goethe werden noch heute an ihrem Wanderziel auf Gedenksteinen verehrt. Der um den Gipfel des Brocken führende Panoramaweg gestattet – mit etwas Glück − einen herrlichen Blick weit ins Land. Allerdings ist der Berg oft in dichten Nebel gehüllt; der Rekord liegt bei 330 Nebeltagen. Für die dann entgangene Aussicht kann ein Besuch des Brockengartens, angelegt 1862 als erster deutscher Alpengarten, entschädigen. Auch ein Besuch der Bergwetterwarte oder des Museums zur Geschichte des Berges, eine Brockenhexe als Souvenir oder allein das Gefühl, den Aufstieg zu Fuß statt mit der 1899 in Betrieb gegangenen Brockenbahn unternommen zu haben, sind Alternativen.

Der heute älteste Bau auf dem Brocken ist das „Wolkenhäuschen“, das Graf Ernst zu Stolberg-Wernigerode 1736 als Schutzhütte für Wanderer errichten ließ. 1800 öffnete das erste Wirtshaus mit Übernachtungsmöglichkeit, weitere Bauten folgten. Das letzte vor dem ZweitenWeltkrieg errichtete Brockenhotel und andere Gebäude fielen im April 1945 amerikanischer Artillerie und einem Luftangriff zum Opfer.

In den 1930er-Jahren rückte der Brocken in das Interesse der Deutschen Reichspost (DRP), die seit 1926 die Entwicklung des Fernsehens aktiv verfolgte. Am 24. Dezember 1930 hatte Manfred von Ardenne in seinem Berliner Laboratorium das erste vollelektronische Fernsehbild der Welt, mit 100 Zeilen und 20 Bildwechseln pro Sekunde, vorgeführt. Seit April 1934 strahlte der erste Fernsehsender von Berlin-Witzleben regelmäßig sein Programm aus. Ab September 1934 stellte das Reichspostzentralamt Versuche an, die Fernsehsendungen von Witzleben auf dem Brocken zu empfangen. Die  Empfangsversuche über 200 Kilometer Luftlinie verliefen erfolgreich mit der Prognose, dass bei weiterer Verbesserung der Technik die sogenannte Ballempfangsversorgung eines Fernsehsenders auf dem Brocken vom Sender in Berlin möglich sei.

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