Lasten und Geläster. Paketzusteller im Dauerstress?

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Beschreibung

Lasten und Geläster

Paketzusteller im Dauerstress?

Ausgabe

Das Archiv 1/2017

Autor: Eva Apraku

Seiten: 34-39

Wohl das älteste Dokument in der Sammlung der Museumsstiftung, das von einem Paket handelt, ist die briefliche Stellungnahme zu einer Beschwerde über eine nicht rechtzeitig zugestellte Sendung aus dem 17. Jahrhundert. Ob sie mit der Kutsche erst nach Wochen oder wie heute oft schon am Tag nach der Aufgabe beim Empfänger eintrifft – Beschweren geht immer, trifft aber gelegentlich die Falschen.

„Es ist so nervig“, klagte Nicolai Kwasnieski, Autor des Nachrichtenmagazins Der Spiegel, im Juli vergangenen Jahres stellvertretend für unzählige namenlose Paketempfänger und kritisierte: „Paketzusteller klingeln nicht, sondern werfen einfach nur eine Benachrichtigung in den Briefkasten.“ Und das selbst dann, wenn Adressaten mit gespitzten Ohren sehnsüchtig zu Hause auf das Eintreffen des Zustellers warten würden. Kwasnieski wollte wissen, warum das so ist, und heuerte kurz entschlossen für einen Schnuppertag bei DHL Delivery, einer Tochter der Deutsche Post DHL Group, an. Einen Neun-Stunden-Tag mit hektischem Sortieren und Bepacken des Lieferfahrzeugs, unzähligen Treppenaufstiegen und vergeblichem Klingeln sowie 156 ausgelieferte Pakete später – im Vergleich zu Zahlen in derWeihnachtszeit geradezu lächerlich wenig – resümiert Kwasnieski erschöpft und einsichtig: „Ich werde die Paketboten, die bei mir klingeln, noch freundlicher begrüßen. Und mich nicht mehr so sehr über Benachrichtigungszettel ärgern.“ Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt einer, der undercover bei einem Service-Partner der Post Pakete zustellte und dabei heimlich für einenYouTube-Beitrag filmte: „Hut ab vor den Leuten, die das täglich machen.“ Insgesamt, so meint er, bewege ein Paketzusteller 3 bis 4,5 oder sogar auch 5 Tonnen täglich.

(…)

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