Höhen und Tiefen, ordentliche und außerordentliche Mitglieder. Vereine in der Philatelie

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Beschreibung

Höhen und Tiefen, ordentliche und außerordentliche Mitglieder

Vereine in der Philatelie

Ausgabe

Das Archiv 2/2011

Autor: Wolfgang Maaßen

Seiten: 82-89

Die Geschichte der Philatelie kann in diesem Jahr auf 150 Jahre philatelistischer Literatur zurückblicken. Im September 1861 erschien in Straßburg eine Bestandsliste weltweiter Freimarken. Oscar Berger-Levrault hatte sie auf Grundlage seiner Sammlung und Mitteilungen von Freunden zusammengestellt. Nur wenige Monate später lagen die ersten gedruckten Kataloge von Alfred Potiquet, Jean-Baptiste Moens und anderen Autoren vor. Im Oktober 1862 folgte ein Katalog der Dürr’schen Buchhandlung und um die Jahreswende 1862/63 einer von Zschiesche & Köder.

Das erste Album war im Juni 1862 bei Justin Lallier in Paris erscheinen. Aber dieses Mal waren Deutsche näher am Ball, denn ein zweites mit Text und Bindung kam nur wenige Wochen später, im Sommer 1862, von Gustav Wuttig auf den Markt, und ein drittes erschien wiederum bei der Dürr’schen Buchhandlung im Frühherbst 1862. Leipzig – dort kamen alle zuvor erwähnten deutschen Buchhändler her – war Ursprung dieser literarischen, wenngleich damals noch sehr bescheidenen Frühversuche.

Die Briefmarkenhändler der damaligen Zeit waren meist Buchhändler, zuweilen auch Münz-, manchmal sogar Wein- oder Tabakhändler, die sich so nebenbei auch mit dem neuen Sammel- und Handelsprodukt Briefmarke beschäftigten. Von Vereinen war noch lange nicht die Rede. Das Briefmarkensammeln war als Hobby zwar schon seit Mitte der 1850er-Jahre bei einzelnen Erwachsenen etabliert, fand aber öffentlich sichtbaren Zulauf zunächst nur bei Jugendlichen und Schülern. Herangewachsene und „reifere Semester“ trauten sich mit ihrer Leidenschaft, ihrer von anderen schnell als Manie eingestuften Vorliebe für die kleinen Papierbildchen, nicht an die Öffentlichkeit. Vereine, dafür musste man sich aber – so würde man es heute neudeutsch formulieren – „outen“. Wer wollte sich aber schon der Lächerlichkeit preisgeben? Also dauerte es wirklich noch fast zehn Jahre, bis nach dem Entstehen erster literarischer Produkte in Deutschland auch Gedanken an ein Vereinswesen aufkamen. Nicht in Leipzig, sondern zuallererst in Heidelberg. Allerdings war das 1869, und da waren ihnen französische, amerikanische und britische Philatelisten einmal mehr vorangegangen. Die am 10. April 1869 gegründete (spätere: Royal) „Philatelic Society, London“ ist der einzige der Pioniervereine, der heute noch besteht und uneingeschränkt weltweite Anerkennung genießt.

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