Die Pariser Bevölkerung hatte während der Belagerung im Deutsch-Französischen Krieg in den Jahren 1870/71 nur die Möglichkeit, Nachrichten von Paris in den freien Teil Frankreichs, durch die Luft zu befördern. Der große Erfolg der Paris Ballonpost regte den damaligen Generalpostdirektor Stephan an, über die Postbeförderung auf dem Luftweg nachzudenken. Im Berliner Wissenschaftlichen Verein hielt Heinrich Stephan am 24. Januar 1874 einen Vortrag mit dem Thema „Weltpost und Luftschiffahrt“. Das erste Zeppelin-Luftschiff erhob sich am 2. Juli 1900 vor rund 12.000 Schaulustigen über den Bodensee – und landete sicher nach 20 Minuten. Im Reichspostmuseum wurde folgerichtig eine Abteilung zur Luftpost eingerichtet, und es mangelte seither nicht an Artikeln zur Postbeförderung mit Fahrzeugen „leichter als Luft“ und später „schwerer als Luft“.

Zeppelin und Eisbrecher beim Postaustausch im Eismeer, 1931

Für Briefmarkensammler ist das Sammelgebiet Luftschiffe und Zeppeline ebenfalls ein attraktives Thema, wie unter anderem ein Blatt aus dem Reichspostkalender zeigt. Denn nicht nur waren die „silbernen Zigarren“ fast magisch anmutende Motive auf den kleinen gezähnten Kunstwerken, es gab auch Marken, die eigens zum Freimachen von Briefen auf den Überseefahrten dienten.

© Jochen Bertholdt

Derzeit zeugt das Musical Zeppelin im Festspielhaus in Neuschwanstein von der anhaltenden Faszination, die Luftschiffe und die dramtischen Ereignisse, die damit verbunden sind, bis heute auf das Publikum ausüben. Ralph Siegel „Der „Titan der deutschen Musik““, so der Münchner Merkur, habe es geschafft, ein Musical zu komponieren, das anrührend sei und Romantik und Politik brillant verknüpfe.

Wenn Ihnen der Beitrag gefallen hat, teilen Sie ihn: