Das Zeitalter der Bildungsfahrten

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Beschreibung

Kavaliere auf Grand Tour

Das Zeitalter der Bildungsfahrten

Ausgabe

Das Archiv 3/2004

Autorin: Desdemona Vagedes

Seiten: 6-13

Heute reist alle Welt. Das einst einmalige und wichtige Ereignis im Leben eines Menschen ist zur Gewohnheit geworden. Die Motive, die den Menschen trotz aller Gefahren zum Reisen bewegten, wechselten im Laufe der Jahrhunderte: Neugier nach der engeren und weiteren Umgebung, Streben nach Erweiterung des Weltbildes und Lust am Abenteuer trafen sich mit Freiheitsdurst und Fernweh sowie dem Wunsch aus der Enge des Alltags zu fliehen. Wer glücklich heimkehrte, war zudem als welterfahrener und gebildeter Mann überall willkommen. Ein Phänomen zeichnete sich bereits im Mittelalter ab: die Anfänge des organisierten Reisens mit Reiseauskunftsstellen, Reisegesellschaften, Fremdenführern, Souvenirs und Hotelketten als Folge eines frühen „Massentourismus“:

Reisen war unbequem: Beschwerlich ging es zu Fuß über Straßen, die mehr steinigen Feldwegen glichen oder unbefestigten Lehmpfaden, durch Gebirge und unermessliche Wälder, in denen Räuberbanden und Strauchritter lauerten. Die durchschnittliche Geschwindigkeit von 25 bis 60 Kilometern täglich konnte bis zum 18. Jahrhundert kaum erhöht werden. Wagen waren schwer und blieben im Morast stecken, konnten die schmalen Gassen mittelalterlicher Städte nicht passieren und waren Frauen, Kindern und Bediensteten vorbehalten. Männer mussten reiten. Erst im 16. Jahrhundert nahmen Personen von Stand den Reisewagen, aber Rüstige zogen nach wie vor das Pferd vor. Beliebte Verkehrswege waren deshalb die Flüsse.

(…)

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