Die Philatelie als Propagandamittel im Dritten Reich

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Beschreibung

Gezackte Propaganda

Die Philatelie als Propagandamittel im Dritten Reich

Ausgabe

Das Archiv 4/2009

Autor: Rüdiger Krenkel

Seiten: 16-28

Gemäß einer lexikalischen Definition von Propaganda handelt es sich dabei um den „Versuch von Einzelnen oder Machtgruppen und Institutionen zur Beeinflussung und Manipulation von Meinungen,Wertschätzungen, Denkrichtungen, politischen oder religiösen Haltungen“. Diese meist einseitige Darstellung von Sachverhalten ist nicht ausschließlich Diktaturen vorbehalten, dennoch ist dasWort in Deutschland eng mit dem Nationalsozialismus assoziiert. In der NS-Zeit wurde die Propaganda vom Regime monopolisiert und mit dem Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda (RMVP) unter der Leitung von Propagandaminister Joseph Goebbels auch institutionalisiert. Kunst und Massenmedien wurden auf diese Weise zentral kontrolliert. Aber nicht nur die schönen Künste wurden in den Dienst der „geistigen Mobilmachung des Volkes“ genommen, auch die vermeintlich unscheinbare Briefmarke war Gegenstand propagandistischer Überlegungen und Interessen.

Organisatorisch war die Philatelie gleichgeschaltet, ab 1936 im „Reichsverband der Philatelisten“ und kurz darauf im „Reichsbund der Philatelisten“. 1941 ging der „Reichsbund der Philatelisten“ vollständig in der NS-Organisation „Kraft durch Freude“ auf. Ministerialdirektor Otto Fleischmann äußerte sich bereits 1935 in der Sammler Woche über die Miniaturbilder: „Die Briefmarke hat von Seiten der Deutschen Reichspost aus gesehen, zwei Aufgaben: Sie hat in erster Linie der Gebührenverrechnung zu dienen, sie muß aber zweitens ihre auch in Deutschland immer mehr erkannte Aufgabe als Propagandamittel für nationale, kulturelle, soziale und wirtschaftliche Einrichtungen und Ziele erfüllen.“ Und Postminister Dr.Wilhelm Ohnesorge blies 1937 in dasselbe Horn: „Briefmarken haben ganz planmäßig in den Dienst der Werbung für das deutsche Ansehen in der Welt und für den nationalsozialistischen Gedanken in unserem Volke gestellt zu werden.“

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