Fabbing statt Massenware. Sieht so die Zukunft aus?

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Beschreibung

Fabbing statt Massenware

Sieht so die Zukunft aus?

 

Ausgabe

Das Archiv 2/2014

Autor: Bernd Flessner

Seiten: 35-37

Mit dem Zukunftsforscher und Science-Fiction-Autor Karlheinz Steinmüller sprach Bernd Flessner über diese Frage.

Herr Dr. Steinmüller, woher kommt eigentlich die Idee des Fabbings?
KARLHEINZ STEINMÜLLER: Einer der Ausgangspunkte für das Fabbing, früher auch „Rapid Fabrication“ genannt, sind die amerikanischen Flugzeugträger. Die konnten einfach nicht sämtliche Ersatzteile für Tausende von Geräten, Maschinen und Flugzeugen an Bord mitführen. Deshalb ist man schon früh dazu übergegangen, möglichst viele Ersatzteile an Bord anzufertigen. Statt der Ersatzteile hatte man Rohlinge und Rohmaterialien sowie geeignete Werkzeuge an Bord. Die Gewichts- und Raumersparnis war enorm, und das Verfahren hat sich bewährt.

Wie schätzen Sie das aktuelle Entwicklungspotenzial ein?
KARLHEINZ STEINMÜLLER: Die Technologie steckt noch in den Kinderschuhen. Viele Fragen, die etwa die langfristige Haltbarkeit, die Qualität oder die Oberflächenbeschaffenheit betreffen, sind noch nicht beantwortet. Aber die Entwicklung verläuft im Moment rasant. Immer mehr Fertigungsverfahren werden für Fabbing-Maschinen nutzbar gemacht. Außerdem ist Fabbing nicht nur ein technologischer Trend, sondern auch Teil des allgemeinen Trends zu einer individualisierten oder personalisierten Fertigung, bei der nicht mehr Großserien im Vordergrund stehen, sondern wunschgemäße Einzelprodukte. Ein schönes Beispiel ist die Medizintechnik. Gerade im Bereich der Orthetik und Prothetik benötigt man ja stets individuelle Produkte, die auf den jeweiligen Patienten genau zugeschnitten sind. Sie werden also immer nur ein Mal hergestellt. Da kommen die Vorzüge, die das Fabbing bietet, in vollem Umfang zum Tragen. Fabbing ist dort ökonomisch wie ökologisch sinnvoll, wo es um einmalige Produkte für einmalige Anwendungen geht. Auch bei Kleinstserien wird Fabbing herkömmliche Produktionsweisen verdrängen, etwa wenn für Maschinenparks nur einige wenige Ersatzteile benötigt werden.

(…)

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