Unerwünscht am Bosporus. Deutsche Postanstalten im Osmanischen Reich

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Beschreibung

Unerwünscht am Bosporus

Deutsche Postanstalten im Osmanischen Reich

Ausgabe

Das Archiv 4/2010

Autor: Franz Brandl

Seiten: 31-35

Vor 140 Jahren wurde die erste deutsche Postanstalt in Konstantinopel (seit 1930 Istanbul) im Osmanischen Reich eröffnet. Dem vorausgegangen waren mehrere Vorstöße preußischer Banken und Handelsgesellschaften, aber auch christlicher Missionseinrichtungen, die sich in der Mitte des 19. Jahrhunderts auf diesem Territorium niedergelassen hatten. Ihre Aktivitäten waren Ausdruck der nach Expansion drängenden Kreise in der deutschen Gesellschaft.

Die Kapitulation des Osmanischen Reiches gegenüber Österreich und Russland, aber auch Phasen innerer Destabilisierung führten in der Zeit der Aufteilung der Welt unter den Kolonialmächten zu einer ständigen Schwächung des „kranken Mannes am Bosporus“, wie das Reich in damaligen Medien persifliert wurde. Trotz eines 1761 zwischen Preußen und dem Sultan abgeschlossenen Freundschafts- und Handelsvertrages ließ Graf Otto von Bismarck 1869 durch den Gesandten am türkischen Hof eine mögliche Zustimmung der Hohen Pforte (türkische Regierung) zum Eröffnen eines deutschen Postamts in Konstantinopel sondieren, obwohl spätestens seit 1864 die ablehnende Haltung der Türkei in dieser Frage bekannt war. Eine diesbezügliche diplomatische Note mit der preußischen Ankündigung vom 8. Juni 1869 blieb von türkischer Seite unbeantwortet. Dennoch zog Preußen 1870 mit den anderen Großmächten gleich, die ebenfalls ohne Einverständnis der Türkei – bereits Jahrzehnte früher – diesen Schritt getan hatten.

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