Deutschland als Intersputnik-Mitglied. Vertragsänderungen und Neuanfang nach 1990

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Beschreibung

Deutschland als Intersputnik-Mitglied

Vertragsänderungen und Neuanfang nach 1990

 

Ausgabe

Das Archiv 3/2015

Autor: Gottfried Conrad, Hans-Joachim Schemel

Seiten: 78-83

Die Internationale Organisation für kosmische Fernmeldeverbindungen Intersputnik wurde 1971 von der Sowjetunion und den damals mit ihr eng verbündeten Ländern Bulgarien, Ungarn, DDR, Kuba, Mongolei, Polen, Rumänien und der Tschechoslowakei gegründet. Mithilfe der Satellitenkommunikation sollten die Fernmeldeverbindungen für Telefon und Telegrafie und der Austausch von Rundfunk- und Fernsehprogrammen zwischen diesen Ländern verbessert werden. Heute gehören zu Intersputnik 26 Länder aus vielen Regionen der Erde, von Lateinamerika bis Südostasien und von Europa bis Afrika. Ihren Sitz hat die Organisation seit Gründung in Moskau. Das Kerngeschäft von Intersputnik bildet unverändert die Satellitenkommunikation; seit ihrer Gründung verfolgte sie jedoch unterschiedliche Geschäftsmodelle.

Während der Versuchsphase bis etwa 1973 stellte die Sowjetunion die Satellitenkapazität einschließlich Satellitenstart und Flugbetrieb kostenlos bereit. Die Fernmeldeverwaltungen der Mitgliedsländer bauten in kurzer Zeit eigene Erdfunkstellen nach sowjetischem Vorbild für den Sende- und Empfangsbetrieb auf. Dazu gehörten die Antennen mit 12 Metern Durchmesser und die Gebäude für die Aufnahme der Technik. Nach der Versuchsphase wechselte Intersputnik auf Satellitentypen wie Molnija, Horizont und Gals, wobei Ende der 1970er-Jahre mit Horizont und Gals ein Übergang von umlaufenden Satelliten, die die Erde auf einer stark elliptischen Umlaufbahn umkreisten, auf geostationäre Satelliten, die scheinbar fest am Himmel stehen, erfolgte. Ab Mitte der 1970er-Jahre ersetzte ein Mietverhältnis zwischen dem Post- und Fernmeldeministerium der Sowjetunion und Intersputnik die bis dahin kostenlose Nutzung des Raumsegments. Das sowjetische Ministerium stellte Intersputnik im Mietvertrag stark reduzierte Preise in Rechnung, während Intersputnik die Tarife für die Nutzung der Satellitenkanäle auf Basis von Goldfranken in der Nähe der auf dem Weltmarkt üblichen Gebühren festlegte. So ließ sich für Intersputnik ein bescheidener Gewinn ausweisen. Anfang der 1990er-Jahre war aber klar, dass dieses Modell so nicht weiter funktionieren würde. Die sozialistische Staatengemeinschaft zerfiel und mit ihr die wirtschaftliche und politische Grundlage ihrer Zusammenarbeit. Partnerschaft und Zusammenarbeit der Länder im Rahmen von Intersputnik aber blieben erhalten.

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