Die „Arisierung“ eines Hamburger Postkartenverlags

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Beschreibung

Glückstadt & Münden

Die „Arisierung“ eines Hamburger Postkartenverlags

Ausgabe

Das Archiv 4/2012

Autor: Björn Eggert

Seiten: 73-77

Im Jahr 1903 traf der 36-jährige Kaufmann Anton Münden in Hamburg zwei grundlegende und folgenreiche Entscheidungen: Er entschloss sich zu heiraten und zur Mitarbeit in der Firma seines Schwagers Moritz Glückstadt. Münden war der Sohn eines jüdischen Hamburger Bürgers, hatte nach Abschluss der Schule eine kaufmännische Lehre absolviert und war anschließend so erfolgreich in seinem Beruf, dass er mit 31 Jahren das Hamburger Bürgerrecht erwerben konnte. Dafür musste man über fünf Jahre ein hohes Einkommen nachweisen. Dann erhielt man das Wahlrecht und quasi die Zugehörigkeit zur Hamburger Oberschicht. Anton Mündens ältester Bruder Max Münden war Arzt mit eigener Praxis, der zweit älteste Bruder Daniel Münden Inhaber der Hamburger Tabakfirma Schröder & Münden. Seine Schwester Rosa hatte 1886 den Kaufmann Moritz Glückstadt geheiratet, der sechs Jahre zuvor einen Großhandel mit „Galanterie-, Kurz- und Pfeifenwaren“ in der Hamburger Neustadt gegründet hatte. 

Wann genau dieses Unternehmen dem wachsenden Markt für Ansichtskarten Rechnung trug und einen eigenen Verlag für „naturphotografierte“ Postkarten gründete, ist nicht belegt. Seit Ende des 19. Jahrhunderts hatte sich die Ansichtskarte als Nachrichtenmittel etabliert, und ihr Anteil an den von der Post beförderten Sendungen stieg kontinuierlich an. Schnell war sie auch ein beliebtes Sammelobjekt, und schon 1896 wurde der „Allgemeine Centralverband für Ansichtskartensammler“ in Leipzig gegründet.

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