Feldpostbriefe aus dem Zweiten Weltkrieg

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Beschreibung

Überlebenszeichen

Feldpostbriefe aus dem Zweiten Weltkrieg

Ausgabe

Das Archiv 1/2005

Autoren: Susanne Kiewitz zusammen mit Carmen Mann, Kerstin Gehrmann, Marc Lüttgemann, Thomas Jander

Seiten: 30-33

Während des Zweiten Weltkriegs transportierte die deutsche Feldpost mehr als 30 Milliarden Sendungen. Angesichts dieser Zahl wundert es nicht, wenn sich heute noch in viele Familien Feldpostbriefe finden. Neben dem persönlichen Erinnerungswert sind diese Briefe aber auch für Museen interessant, denn sie dokumentieren den Alltag im Kriegsgeschehen und in der Gesellschaft. Ihre Alltagsnähe macht sie besonders geeignet, das schwierige Thema Nationalsozialismus und Krieg einer breiten Öffentlichkeit nahe zu bringen. Das Museum für Kommunikation Berlin hat deshalb im Jahr 2001 begonnen, seine bestehende Feldpost-Sammlung in Zusammenarbeit mit der TU Berlin gezielt zu erweitern. Der 60. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs ist nun Anlass, einen Ausschnitt dieser mehr als 50000 Dokumente umfassenden Sammlung in einer Kabinettausstellung zu präsentieren.

Neben der Auseinandersetzung mit den Inhalten lohnt auch ein Blick auf die Überlieferungsgeschichte von Feldpost, die viel über den Umgang mit der deutschen Vergangenheit verrät. Für die Kriegsgeneration sind die Briefe Teil eines Lebensabschnitts, den man entweder abgeschlossen hat oder mit dem man sich noch auseinander setzt. Dementsprechend wurden sie nachlässig oder sorgfältig aufbewahrt, entweder irgendwo verstaut oder immer wieder gelesen. Das Schicksal der Feldpost im Keller oder auf dem Dachboden, in einem Raum zwischen Erinnern und Vergessen, offenbart, dass die emotionale Schwelle, die Vergangenheit im Müllcontainer zu entsorgen, ebenso hoch liegt wie die, sich aktiv mit ihr auseinander zu setzen. Wer letzteres tut, hat oft besondere Fragen. Kinder oder Enkel wollen aus dem stillen Speicher der Briefe Details der Vergangenheit erfahren, die das Familiengespräch verklärt oder ausgeblendet hat. Der Brief verspricht den Zugang zu einem authentischen Bild naher Angehöriger.

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