Filmplakatmaler in Indien

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Beschreibung

Bollywoods Träume auf 10 x 20 Fuß

Filmplakatmaler in Indien

Ausgabe

Das Archiv 3/2006

Autor: Dierck Jensen

Seiten: 22- 25

Schon das Atelier zu finden ist eine Kunst für sich: Kein Händler an der Hauptstraße kennt das Plakatmaler-Atelier. Kein Werbeschild, keine Hausnummer führt zur Werkstatt im Stadtviertel Grand Road, das mittendrin in Mumbai liegt – wie das frühere Bombay heute offiziell heißt. Dann endlich, vorbei an einem der vielen Kinos, führt eine unscheinbare Seitengasse zum Innenhof, wo die Maler von Ellora Arts die Kinohelden auf die Leinwand bringen.

Dort zwitscherten die Vögel. Ein Baum spendet Schatten vor sengender südindischer Sonne. Strenger Geruch von Ölfarbe liegt in der Luft, Kinder tollen umher. Auf dem Boden liegt eine schmachtende, übergroße Schöne. Sie rekelt sich im grünen, figurbetonten Kleid vor feuerrotem Hintergrund. Ihre sehnsüchtig gemalten Augen himmeln einen Helden an, der sich stolz neben ihr aufbaut. Die Szene zeigt, was ein klassischer „Hindi Masala“, ein scharfer Eintopf, wie die Inder ihre populären Massenstreifen humorig betiteln, zu bieten hat: eine romantisch-schmachtende Handlung aus Liebe, Herz, Tanz und Schmerz. Manchmal auch Gewalt.

(…)

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