„Gott grüß die Kunst – 2.0!“ Die Bundesdruckerei in Berlin und der revolutionäre Wandel des Druckgewerbes

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Beschreibung

„Gott grüß die Kunst – 2.0!“

Die Bundesdruckerei in Berlin und der revolutionäre Wandel des Druckgewerbes

Ausgabe

Das Archiv 2/2013

Autor: Andreas Hahn

Seiten: 44-49

Hat die Druckerkunst, deren Gruß in der Überschrift etwas verfremdet zitiert wird, im digitalen Zeitalter ausgedient? Nun, dass sich seit den Zeiten Gutenbergs einiges verändert hat, ist auch für Menschen ganz offensichtlich, die sich nicht mit Geschichte und Technik des Druckens befassen, sondern nur die Druckerzeugnisse selbst als Nutzer in die Hand bekommen. Dabei funktionierte bis weit in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts hinein der Buchdruck im Prinzip noch so, wie ihn Gutenberg erfunden hatte. Wohl gab es eine Reihe von wichtigen Erfindungen, die das Prinzip der einzelnen Metalllettern perfektionierten und vor allem beschleunigten, wie zum Beispiel die automatischen Schriftgießmaschinen. Doch erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde mit dem Fotosatz eine wirklich revolutionierende Technik erfunden, die die Bleilettern und den traditionellen Bleisatz zunehmend ablöste. Der Digitaldruck schließlich änderte und ändert heute noch das Druckgewerbe von Grund auf. Zusammen mit der rasanten Digitalisierung vieler Lebensbereiche bedeutet er vielleicht die größte Umwälzung und eine ebenso einschneidende kulturhistorische Zensur wir die Erfindung des Buchdrucks vor fast 600 Jahren.

Fragt man heute einen beliebigen Deutschen auf der Straße, ob er glaubt, im Moment ein Produkt einer Firma bei sich zu tragen, welches alle anderen Deutschen auch bei sich tragen, dann würden vermutlich die meisten spontan Menschen mit dem Kopf schütteln. Erst beim zweiten Nachdenken würden sie vielleicht an die Geldscheine in ihrem Portemonnaie denken oder an den Personalausweis in ihrer Brieftasche. Dies läge vermutlich daran, dass mit der Fertigungsstätte von Banknoten, Briefmarken und Ausweispapieren kaum jemand direkt zu tun hat – die altehrwürdige Bundesdruckerei in Berlin, die heute auf eine weit über 130-jährige Geschichte zurückblicken kann, stellt zwar letztlich Produkte für jedermann her, zu ihren direkten Kunden gehören aber in erster Linie Staaten, Länder und Behörden. Zudem sorgt das in den Kreisen der Druckereien von Wertpapieren, Geldscheinen und Ausweispapieren übliche und verständliche Bemühen um höchstmögliche Sicherheit und Diskretion auch dafür, dass ein Einblick in die Arbeit dieser Druckerei nicht so leicht möglich ist wie in andere Fertigungsstätten. Auf ihrem Gebiet wurde bereits zu den Zeiten ihrer Gründung und wird heute noch Hochtechnologie praktiziert, und da sind fremde Augen nicht gerne gesehen.

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