Paketkampagnen zwischen menschlicher Hilfe und politischen Zielen

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Beschreibung

„Lasst sie nicht allein!“

Paketkampagnen zwischen menschlicher Hilfe und politischen Zielen

Ausgabe

Das Archiv 3/2009

Autor: Eckart Klaus Roloff

Seiten: 6-13

Weihnachten lag noch in weiter Ferne, aber im November wurde es dafür höchste Zeit: Das Festpaket war zu packen und zur Post zu bringen. Das Festpaket, das eine? Nein, oft waren es mehrere. Und sie standen nicht nur zu Weihnachten auf dem Programm, sondern auch zu Ostern, zu Geburtstagen, Konfirmation und Jugendweihe. Nichts ging ohne Westpakete. Es gehörte sich einfach, sie zu schicken, sofern man Verwandte, Bekannte und Freunde in Ostdeutschland hatte. Und stets mit dem strikt vorgeschriebenen, nur dafür erfundenen und rasch geläufigen Vermerk „Geschenksendung, keine Handelsware“. Die Bundespost hielt extra dafür gedruckte Aufkleber bereit, doch war der handschriftliche Zusatz nicht verboten.

 

Das Westpaket – heute einThema für Post- und Zeitgeschichtler, Volkskundler, Kommunikationsexperten, Sozialforscher und Volkswirtschaftler, beachtet auch von Schriftstellern und Journalisten. Daraus wurde ein guter Grund, über die Anthropologie des Gebens und die Soziologie des Schenkens nachzudenken, die willkommene Chance, eine bei allem Wandel konstante menschliche Reaktion des Helfens in extremen Phasen der Weltgeschichte zu analysieren.

Dabei geht es um einen Mythos, ein Symbol, um die starke postalische Brücke über die Grenze hinweg, die eine getrennte Nation hinzunehmen hatte. Mit Hunderten von Millionen Sendungen über viele Jahre hindurch wurde daraus die wohl stärkste Aktion unter den vielen Hilfsprogrammen, die es durch Paketversand je gab.

(…)

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