Sie wollen nicht nur spielen. Begegnungen mit Hunden

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Beschreibung

Sie wollen nicht nur spielen

Begegnungen mit Hunden

 

Ausgabe

Das Archiv 1/2015

Autor: Eva Apraku

Seiten: 6-13

Es war vor etwa fünf Jahren, als Richard Müller*, 59 und von Beruf Briefträger, eine unangenehme Begegnung hatte. Wie jeden Tag fuhr er mit dem Zustellrad auf seiner Kreuzberg-Tour durch die Toreinfahrt eines Altberliner Mietshauses, um den Bewohnern der Hinterhof-Gebäude ihre Sendungen zuzustellen. Nachdem er den letzten Hausflur wieder verlassen hatte und auf demWeg zu seinem Rad war – er hatte es im Hof abgestellt − hörte er plötzlich ein böses Knurren. Ein frei laufender Rottweiler sprang ihm entgegen, baute sich vor ihm auf und fletschte bedrohlich die Zähne. „Ich blieb stehen und rührte mich nicht vom Fleck, ehe nach einer gefühlten Ewigkeit plötzlich ein lautstarker Befehl über den Hof schallte“, erinnert sich der Zusteller. „Der Hund war aber super erzogen. Sofort rannte er zu seinem Herrchen und stand wie ’ne Eins vor dem. trotzdem habe ich ihm gesagt, er solle seinen Hund nicht frei im Hinterhof herumlaufen lassen.“

Der Briefträger hatte Glück. Rottweiler erreichen eineWiderristhöhe von bis zu 68 Zentimetern und werden häufig 50 Kilogramm schwer. Die Muskelpakete mit den breiten, kräftig bezahnten Mäulern sind in der Vergangenheit immer mal wieder wegen heftiger Beißattacken in die Schlagzeilen geraten. Mitunter endeten diese Angriffe für die Opfer sogar tödlich. Doch Müller hat in der bedrohlichen Situation mit dem wachsamen Hund instinktiv alles richtig gemacht. „Bei so einer überraschenden Konfrontation sollte man bloß nicht hektisch oder sogar selber aggressiv werden“, rät Johann Fruth, einst langjähriger Ausbildungsleiter der Bayerischen Landespolizei für Diensthunde. Der Tierexperte hat ein Trainingsprogramm für Zusteller konzipiert, das sie im Umgang mit Hunden schult und das bundesweit angewendet wird.Am besten sei es, so Fruth, stehen zu bleiben und weder den Kampf- noch den Jagdreflex des Tieres zu reizen. Um, falls es irgendwie möglich ist, ruhig und langsam den geordneten Rückzug anzutreten. Oder auf Hilfe zu warten.

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