Soziale Medien im Spiegel der Vergangenheit. Wiederkehrende Motive in der Geschichte der Kommunikation

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Beschreibung

Soziale Medien im Spiegel der Vergangenheit

Wiederkehrende Motive in der Geschichte der Kommunikation

 

Ausgabe

Das Archiv 4/2015

Autor: Tine Nowak

Seiten: 16-23

Jede Zeit prägt den möglichen Rahmen, in dem sich Zukunft denken lässt.Wenn man im Jahr 1900 jemandem gesagt hätte, wie selbstverständlich heute Smartphones in unseren Alltag integriert sind und welche Funktionen sich in den kleinen Geräten vereinen, hätte er sich vielleicht in eine der Abenteuergeschichten von Jules Verne versetzt gefühlt. In meiner Kindheit lief Raumschiff Enterprise im Fernsehen, die dort gezeigte fiktive Technologie des „Kommunikators“ erschien mir als plausibles Inventar der Science-Fiction. Das Smartphone von heute entspricht allerdings vielem, was in der Serie noch futuresk anmutete: Videotelefonie, Sprachübersetzung, physische Messung über Sensoren – all dies ist mit einem Smartphone eine leichte Übung geworden. Es verwundert daher wenig, dass Martin Cooper, einer der Entwickler des ersten Mobiltelefons, sich von diesem tragbaren Multifunktionsgerät hat anregen lassen. In einemArtikel von 2011 wird er mit der folgenden Aussage zitiert: „Plötzlich sprach Captain Kirk in seinen Kommunikator. (…) Sprechen! Ohne Kabel!“ (Laytner 2011). Fiktion findet so den Weg in die Realität.

Immer wieder gern wird entlang dieser Argumentation auf den schon oben erwähnten Jules Verne verwiesen, der in seinen Romanen Erfindungen wie U-Boote oder Raumschiffe vorwegnahm. Belegt ist es nicht, aber Jules Verne soll es auch gewesen sein, der kurz vor derWende zum 20. Jahrhundert eine Handvoll französischer Gebrauchsgrafiker wie Jean-Marc Coté und Villemard inspirierte, Karten mit Zukunftsmotiven zu entwerfen. Ein Ausschnitt der Darstellungen, die zuerst als Zigarrenpapierchen und später als Postkarten zwischen 1899 und 1910 gedruckt wurden, blieb uns durch einen Fund des Schriftstellers Isaac Asimov erhalten. In seinem 1986 nur in englischer Fassung erschienenen Buch Future Days machte er sich anhand von 50 Motiven von Jean-Marc Coté Gedanken zur Zukunft von gestern. DasWorldWideWeb und soziale Medien lagen Mitte der 1980er-Jahre noch in weiter Ferne. Die Karten tragen den Titel En l’an 2000 („Im Jahr 2000“) und wurden von Asimov somit noch vor dem Zeitpunkt der möglichen Realisation der Prognosen kommentiert.

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