„…und das Ganze ist also eine Rederei“. Eine kleine Geschichte der Talkshow im deutschen Fernsehen

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Beschreibung

„…und das Ganze ist also eine Rederei“

Eine kleine Geschichte der Talkshow im deutschen Fernsehen

Ausgabe

Das Archiv 1/2011

Autor: Jürgen Bräunlein

Seiten: 28-33

Als Dietmar Schönherr am Abend des 18. März 1973 eine neue Sendereihe des dritten WDR-Programms eröffnete, begann im Bewusstsein der deutschen Öffentlichkeit eine neue Ära. Der beliebte Showmaster startete holprig: „Ich begrüße Sie ganz herzlich zu unserer ersten sogenannten Talkshow ‚Je später der Abend.‘ (…) Meine Damen und Herren … eine Talkshow – was ist das? Darüber zerbrechen sich seit einiger Zeit die Fernsehmacher in den verschiedenen Anstalten die Köpfe. (…) Talk kommt von to talk, reden, und das Ganze ist also eine Rederei. (…) Talkshow ist etwas, was wir alle nicht kennen; ich hoffe, Sie haben Lust, es gemeinsam mit mir und mit unserem Publikum hier kennenzulernen.“

Zu Gast waren der Dramatiker Franz Xaver Kroetz, die Krimi- und Kinderbuchautorin Irene Rodrian sowie der als „Staranwalt“ vorgestellte Jurist Rolf Bossi. Während sich die versierten Selbstdarsteller Kroetz und Bossi in der Gesprächsrunde bestens behaupteten, wurde die stille, zurückhaltende Rodrian regelrecht an den Rand gedrängt, was auch der ungeschickten Fragetechnik des Moderators anzulasten war, wie Kritiker später monierten. Doch gerade der Live-Charakter und die Ungewissheit aller Beteiligten, wie die bunt zusammengewürfelte Gesprächsrunde im Einzelnen verlaufen würde, machte den großen Reiz von Je später der Abend aus und verschaffte dem Sendeformat eine große Aufmerksamkeit beim Publikum. Ab Silvester 1973 wurde die Talkshow in der ARD gezeigt.

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