Unerschöpfliche Vielgestaltigkeit. Zur grafischen Sprache Otto Rohses (1925-2016)

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Beschreibung

Unerschöpfliche Vielgestaltigkeit

Zur grafischen Sprache Otto Rohses (1925-2016)

Ausgabe

Das Archiv 03/2016

Autor: Tom Steinert

Seiten: 38-45

Briefmarken gehörten bis vor Kurzem zu den alltäglichen Gebrauchsgegenständen und waren für mehr als eineinhalb Jahrhunderte ein regelrechtes Massenmedium. Die Markengrafik war dabei häufig das Ergebnis eines erheblichen Aufwands, mit dem Ziel, Fälschungssicherheit und künstlerische Qualität zu vereinen. Dies gilt vor allem für die Stichtiefdruckmarken, für deren Entwurf und Ausführung nur die fähigsten Grafiker infrage kamen. Die künstlerische Haltung, die den Markenentwürfen zugrunde liegt, ist eng mit den drucktechnischen Möglichkeiten der jeweiligen Zeit verbunden. Betrachtet man die Markengrafik beispielsweise der Deutschen Bundespost, wird aber auch deutlich, dass es sich um ein äußerst heterogenes Feld handelt, in dem mehrere künstlerische Handschriften mit teils entgegengesetzter Auffassung vertreten sind. Im Folgenden möchte ich umreißen, worin die Einzigartigkeit der grafischen Sprache Otto Rohses besteht.

Rohse wurde am 2. Juli 1925 im ostpreußischen Insterburg geboren. Er lebte seit der frühen Nachkriegszeit in Hamburg und konnte im letzten Jahr seinen 90. Geburtstag feiern. Am 5. März 2016 ist er nun verstorben. Rohse war ein Druckgrafiker, der mit seinem umfangreichen Werk den freien Künstler ebenso verkörperte wie den Gebrauchsgrafiker. Er arbeitete hauptsächlich im Holzstich und im (mehrfarbigen) Kupferstich. Mit einer Reihe von Briefmarkenentwürfen prägte er das postalische Erscheinungsbild der jungen Bundesrepublik mit. Ab 1964 erschien seine Dauerserie „Deutsche Bauwerke aus zwölf Jahrhunderten“, und zwar zunächst im Kleinformat. Die Vorlagen dafür waren Holzstiche. Die drei niedrigen Werte wurden dementsprechend im Hochdruck, die fünf anderen aber im aufwendigeren Stichtiefdruck hergestellt.

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