„…von hier die schönsten Ansichten…“ Postkarten aus dem Kolonialkrieg in Namibia (1904–1908)

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Beschreibung

„…von hier die schönsten Ansichten…“

Postkarten aus dem Kolonialkrieg in Namibia (1904–1908)

Ausgabe

Das Archiv 2/2017

Autor: Felix Axster

Seiten: 28-35

„Wir schwimmen in Bildern!“, beginnt ein Beitrag in einer Ausgabe des Centralblatts für Ansichtkartensammler vom März 1900, und es wird der Anbruch eines neuen, eines „illustrirte[n] Zeitalter[s]“ verkündet: „Das Jahrhundert der Ansichtkarte […] scheint ausgebrochen zu sein. Ueberall herrscht und regiert sie, überall ist sie zu finden. Sie ist zu einer Macht geworden, mit der man zu rechnen hat.“

In der Tat hatte die industrielle Produktion von Bildpostkarten erst in den 1890er-Jahren eingesetzt, und dass allein im Deutschen Kaiserreich um 1900 laut einer Schätzung der Reichspost circa 500 Millionen Bildpostkarten verschickt wurden, lässt vielleicht erahnen, auf welche Weise das neue Medium damals Eingang fand in die Alltagsgewohnheiten der Zeitgenossen. Kommen wir noch einmal auf das Centralblatt für Ansichtkarten-Sammler zurück, und zwar auf eine Ausgabe vom Januar 1901. Dort wird in einem Beitrag eine metaphysische Verbindung
hergestellt zwischen der Postkarte und so etwas wie „Deutsch-Sein“. Die Popularität von Ansichtskarten gerade im Deutschen Kaiserreich wird nämlich auf „nationale Eigenthümlichkeiten des Deutschen“ zurückgeführt, auf „[d]as dem Deutschen eigene Weltbürgerthum, [auf] seine Vorliebe für die Fremde und seine Teilnahme für allerhand Fremdes, sowie [auf] de[n] reiche[n] Schatz von Gemüth, über den er verfügt“.

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