Wissen im Netz. Das Internetlexikon Wikipedia

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Beschreibung

Wissen im Netz

Das Internetlexikon Wikipedia

Ausgabe

Das Archiv 3/2010

Autor: Tine Nowak

Seiten: 20-25

Seit der Zerstörung der Bibliothek in Alexandria und dem damit verbundenen Verlust der „Erinnerung der Antike“ wurde immer wieder versucht, das Weltwissen in Bibliotheken, Museen und Wissenssammlungen zu ordnen, zu kategorisieren und aufzubewahren. Jede Zeit nutzte dafür eigene Mittel. In Alexandria, wo als Bestandteil des Museion, einer Forschungsstätte am königlichen Hof, die bedeutendste Bibliothek des klassischenAltertums zusammengetragen und gepflegt wurde, herrschte eine rigorose Anschaffungspolitik. Alle ankommenden Schiffe wurden nach Schriftgut durchsucht; die dort gefundenen Originale wanderten in die Bibliothek, der Besitzer erhielt nur eine Abschrift.

Im Europa des Mittelalters waren die Wissenssammlungen in Latein gehalten, in den Klöstern fertigten die Gelehrten und Geistlichen kunstvolle Abschriften an. Nach der Erfindung des Buchdrucks konnten die Inhalte vervielfältigt, zudem schneller erweitert und verändert werden. Jetzt wurden A-bis-Z-Ordnungen sinnvoll, denen einfach neue Artikel beigefügt werden konnten. Das Internet schließlich ermöglichte die in herkömmlichen Lexika als Pfeil angebotene Verlinkung von Themen, sodass man beim Lesen mit einem Mausklick von einem Eintrag zum nächsten springen kann. In dieser Tradition der Wissenssammlungen, die in Alexandria beginnt und sich über mittelalterliche und humanistische Enzyklopädien hinzieht, steht auch das heute größte Online-Lexikon der Welt, die Wikipedia. Gerne sehen sich die Macher in den Fußstapfen des aufklärerischen Enzyklopädisten Denis Diderot, der schrieb: „Tatsächlich zielt eine Enzyklopädie darauf ab, die auf der Erdoberfläche verstreuten Kenntnisse zu sammeln (…), damit die Arbeit der vergangenen Jahrhunderte nicht nutzlos für die kommenden Jahrhunderte gewesen sei; damit unsere Enkel nicht nur gebildeter, sondern gleichzeitig auch tugendhafter und glücklicher werden, und damit wir nicht sterben, ohne uns um die Menschheit verdient gemacht zu haben.“

(…)

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