Der Antennenmessplatz Brück. Drei Türme und ein Hubschrauberplatz

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Beschreibung

Der Antennenmessplatz Brück

Drei Türme und ein Hubschrauberplatz

Ausgabe

Das Archiv 4/2016

Autor: Karl-Heinz Schmidt

Seiten: 68-71

Brück ist eine Kleinstadt im Zentrum des Landkreises Potsdam in Brandenburg. Die Gegend ist landwirtschaftlich geprägt, absolutes Flachland, keine Industrieansiedlung und teilweise von einem Urstromtal durchzogen. Genau diese Eigenschaften haben Mitte der 1930er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts die Firma Telefunken veranlasst, hier einen Antennenmessplatz anzusiedeln. In Brück wurden bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs die verschiedensten Antennen für unterschiedliche Anwendungen entwickelt und erprobt. Nach der deutschen Kapitulation hat die Sowjetarmee Brauchbares demontiert und in die Heimat gebracht. Kleinere massive Gebäude wurden abgerissen oder gesprengt, ein größeres blieb erhalten. Es umfasst zwei fensterlose Räume mit Stahltür und schießschartenähnlichen Öffnungen in Augenhöhe. Die genaue Verwendung des Gebäudes kann heute nicht mehr nachvollzogen werden. Erhalten geblieben ist zudem ein hölzernes Gebäudeensemble. Hier lebten bis in die 1950er-Jahre Flüchtlingsfamilien aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten. Diese Baracken ruhten auf Betonstreifenfundamenten und hatten deshalb keinen direkten Bodenkontakt. Sie so zu bauen war wohlüberlegt, denn das Wasser stand früher circa 10 bis 15 Zentimeter über dem Gelände. Der Zugang zum Gebäude erfolgte über hochgelegte Holzstege.

Mitte der 1950er-Jahre war es für die DDR aus nachvollziehbaren Gründen wichtig, den staatlichen Rundfunk aufzubauen und dafür auch eigene Forschungs- und Entwicklungskapazitäten zu schaffen. So entwarfen die Planer des Bauministeriums der DDR und Fachleute aus dem Funkwesen für Brück ein Modell, wie ein zukünftiger Antennenmessplatz aussehen könnte, unter Berücksichtigung der Aufgaben, die dort erfüllt werden sollten. Wie immer bei solchen Vorhaben waren mehrere Versuche notwendig, bis ein Entwurf vorlag, der von einem sachkundigen Gremium auch abgenommen werden konnte. Beabsichtigt war der Bau von drei etwa 50 Meter hohen Messtürmen in Holzbauweise. Vorplanungen begannen zwischen 1956 und 1958 mit dem Grundstückserwerb, der Beantragung von Baugenehmigungen und Baugrunduntersuchungen. In dieser Zeit war in den noch vorhandenen „Telefunkenbaracken“ ein Laborbetrieb ansässig. Im Herbst 1963 konnte der inzwischen realisierte Neubau bezogen werden. Das gesamte Messgelände hatte eine Fläche von circa 30 Hektar, verteilt auf mehrere Einzelgrundstücke. Da man Probleme mit dem hohen Grundwasserpegel befürchtete, wurde dabei das gesamte Gelände rund einen Meter aufgeschüttet.

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