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„Herzlich willkommen in der Südsee!“ Zur Geschichte der Deutschen Welle

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Produktbeschreibung

„Herzlich willkommen in der Südsee!“

Zur Geschichte der Deutschen Welle

Ausgabe

Das Archiv 4/2016

Autor: Jürgen Bräunlein

Seiten: 32-37

Es war ein ungewöhnlich heißer Frühlingstag am 3. Mai 1953, als ein neu gegründeter deutscher Auslandssender erstmals auf Sendung ging: „Hier ist die Deutsche Welle. Sie hören uns aus Köln über Richtstrahler nach Fernost im 125-Meter-Band auf 11 795 Kiloherz. Sie hören uns täglich von 11 Uhr 30 bis 14 Uhr 30 mitteleuropäischer Zeit.“ Im Studio 17 des Nordwestdeutschen Rundfunks waren der Chefredakteur und spätere erste Intendant Dr. Hans Otto Wesemann und sein sechsköpfiges Team – Techniker und Redakteure – versammelt und lauschten der Eröffnungsansprache von Bundespräsident Theodor Heuss, die tags zuvor aufgenommen worden war. Leider brachte die hereinscheinende Sonne das Sendeband zum Schmelzen, sodass die präsidiale Stimme mehrfach absackte. Die letzten Worte von Heuss – „Grüß dich Gott!“ – waren kaum mehr zu vernehmen. Beethovens Heldensymphonie Eroica, die im Anschluss gespielt wurde, machte den Patzer jedoch schnell vergessen.

Trotzdem: Der holprige Auftakt passt zur Entstehung und weiteren Geschichte der Deutschen Welle. Bis heute hat der Auslandssender innerhalb der ARD eine widersprüchliche Zwitterstellung inne: Einerseits soll er ein umfassendes Bild des Lebens in Deutschland vermitteln und dabei auch die ethischen Grundsätze eines unabhängigen Journalismus beherzigen, andererseits wird von ihm erwartet, die „deutsche Auffassung zu wichtigen Fragen darzustellen und zu erläutern“. Das heißt, dass es eben auch der Auftrag der Deutschen Welle ist, für die Bundesrepublik im Ausland zu werben. Damit sind Konflikte vorprogrammiert.

(…)

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