Der Postdienst in der DDR

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Beschreibung

Der Postdienst in der DDR

Eine (selbst)kritische Bilanz

Ausgabe

Das Archiv 3/2011

Autor: Hans-Jürgen Niehof

Seiten: 50-54

Obwohl die Deutsche Bundespost in der Bundesrepublik und die Deutsche Post der DDR in der Deutschen Reichspost dieselben Wurzeln hatten, sind, als Ergebnis des Zweiten Weltkriegs durch die unterschiedlichen wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Systeme in den beiden deutschen Staaten, auch bei den beiden Postverwaltungen unterschiedliche Richtungen eingeschlagen worden. Während die Deutsche Bundespost als Einrichtung des öffentlichen Dienstes der Daseinsvorsorge des Staates für seine Bürger verpflichtet war, hatte die Deutsche Post der DDR (DP) neben denselben üblichen Leistungen der Nachrichtenübermittlung noch andere Aufgaben: Sie musste dem Staat zur Wahrnehmung von Infrastrukturaufgaben, zur Überwachung seiner Bürger und zur ideologischen Indoktrination zu dienen.

Außerdem waren die finanziellen und materiellen Voraussetzungen in beiden Einrichtungen sehr unterschiedlich, was zu einem weiteren Auseinanderdriften führte. Die DP war ein Staatsunternehmen und für diesen von hoher politischer und finanzieller Bedeutung. Mit einem relativ dichten Amtsstellennetz von fast 12000 Postämtern und Poststellen war sie flächendeckend präsent – was allerdings für die Bundespost mit fast 18.000 Standorten auch galt. Für viele der 86.000 Beschäftigten im Postdienst besaß sie jedoch aufgrund schlechter Bezahlung, geringer Qualifizierungschancen und einer maroden Infrastruktur keine sehr hohe Attraktivität. Anders die 543.000 Mitarbeiter der Bundespost im Jahr 1985, die gut ausgebildet waren und bis an ihr Lebensende rundum versorgt.

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